Warum ich Facebook Scheiße finde

Natürlich habe ich eine Facebook-Account. Schon lange. Und natürlich habe ich auch „Freunde“. Zuerst habe ich mich nur auf Freundschaftsanfragen von Leuten eingelassen, die ich privat und persönlich kenne und die nichts mit meinem beruflichen Umfeld zu tun haben. Meist Leute, mit denen ich nicht regelmäßig in Kontakt stehe, aber die ich nicht völlig aus den Augen verlieren will.
Nicht, dass das ernsthaft funktionieren würde – mit manchen von denen bin ich seit Jahren „befreundet“, ohne jemals mit ihnen facebookmäßig kommuniziert zu haben. Macht aber nix, für Gewissen reicht’s wenn man weiß, dass man könnte, wenn man denn nur wollte.

Das reichte mir eine Zeitlang als Begründung, mich mit der Plattform weiterhin zumindest ein bisschen zu beschäftigen. Der tiefere Sinn der Sache allerdings erschloss sich mir noch nicht.
Dann habe ich angefangen, Freundschaftsanfragen von Leuten zu beantworten, mit denen ich im weitesten Sinne beruflich zu tun habe. Das sorgte für ein massiv gesteigertes Aufkommen von Leuten auf meinem Account, aber den Sinn der Sache habe ich immer noch nicht recht begriffen. Jedesmal, wenn ich mich da einlogge, lese ich mich seitenweise durch Dinge, die mich nicht interessieren. Ich brauche keine Urlaubsfotos von irgendwelchen Lautsprecherheinis, keine Bilder vom Geburtstag der Tochter von Vertriebsfritzen, dezent eingestreute „Produktinformationen“ sind mir auch eher zuwider.

Posten tue ich ohnehin kaum was – wozu auch, ich betreibe genug Internetseiten, auf denen das, was ich zu sagen habe, veröffentliche. Klar könnte ich mir auf dieser Seite ein kleines Addon installieren, das jeden neuen Beitrag hier automatisch auf meinem Facebook-Account veröffentlicht. Dauert zwei Minuten. Mache ich aber nicht. Ich will „meine“ Leute dort einfach nicht pauschal mit dem ganzen Kram hier malträtieren. Wer mein Gesabbel lesen will, der kennt meine Internetpräsenzen und setzt sich dem freiwillig aus.

Sinnvolle Informationen per Facebook habe ich in den Jahren vielleicht eine Handvoll bekommen. Da war nix bei, was mir die entsprechenden Leute nicht auch per Mail oder mit einem Anruf hätten mitteilen können.
Mittlerweile sehe ich Facebook nur noch als Spielerei für Leute, die sonst keine Möglich- oder Fähigkeiten haben, ihren Senf anders im Netz breitzutreten. Was so großartig beileibe nicht ist, denn das Netz wird nicht besser dadurch, dass man es mit Informationen zukippt, die eigentlich niemanden so richtig interessieren.

Unlängst aber hat sich ein neues Problem eingeschlichen, und das sorgt dafür, dass mit so langsam der Hut hochgeht: Ich logge mich wegen akuten Angewidertseins nur noch alle paar Wochen bei Facebook ein – nur um festzustellen, dass ich den Scheiß immer noch nicht brauche. Und um lapidar die aufgelaufenen Freundschaftsanfragen zu beantworten. Das allerdings scheint manchen „Interessenten“ zu wenig zu sein; mittlerweile gibt’s tatsächlich „Verstimmungen“ bei einigen Leuten, weil ich ihre Anfragen nicht schnell genug beantworte. Und dabei geht’s mitunter um professionelle Kontakte, die der Meinung sind, ich hätte sie nicht mehr lieb.

Das, Leute, ist drüber. Ich habe keine Lust, mich den schwachsinnigen Spielregeln eines komplett überflüssigen Mediums zu unterwerfen. Und ich sehe nur noch eine einzige Möglichkeit, aus der Nummer rauszukommen, und das ist das Löschen meines Accounts.

Also liebe Leute: Wenn ihr mir wirklich was zu sagen habt – so schwierig ist es nicht, mich zu erreichen. Und wenn’s nur per Kommentar auf dieser Seite ist.

78 Gedanken zu „Warum ich Facebook Scheiße finde

  1. Bernd Diedler

    Ich bin und bleibe auch ein absoluter -Fratzenbuch- und Co. Muffel.

    Einige Jahre war ich aber ab und zu ein stiller Mitleser, da schieben die Ä.
    von Fratzebuch aber jetzt einen Riegel davor, man muss sich anmelden um die Seite. sehen zu können.
    Zum kotzen ich bleibe aber dabei Facebook kann mich mal……………

    Bernd grüßt und wünscht einen guten Rutsch

    Antworten
  2. Christian F.

    Bis heute immer noch erfolgreich dagegen geweigert.

    Ich weiß einfach immer noch nicht wozu ich es brauchen sollte oder könnte. Vor allem wenn ich von anderen mitbekomme welch „weltbewegende“ Dinge da zu 90% verbreitet werden, ne, brauch ich nicht den Blödsinn.

    Antworten
  3. Patrick Meschenmoser

    Ja, es gibt ein Leben ohne Facebook. Habe meinen Account schon vor Jahren gelöscht. Und es war sinnvoll! Man hat wieder mehr Zeit für das wirkliche Leben. Zumal die Facebook-Welt sowieso nicht die Realität im Leben darstellt. Für junge Menschen mit wenig Lebenserfahrung wird ein Leben mit Sun, Fun and Nothing to do dargestellt. Lasst euch nicht davon täuschen.

    Antworten
  4. Kevin Siekiera

    Ich war mal in Nervbook drinnen, aber die wollten das ich immer diese Sicherheitskontrolle machen soll.

    Wozu bitte ?, mich hat das richtig angenervt von Nervbook.
    Ich kenne auch keine Chatseite wo man so bevormundet wird wie in Nervbook.
    Und seine Nummer soll man auch noch angeben, nein danke.
    Außerdem habe ich seither wieder mehr Zeit für meine Berufsschule wo ich mehr lernen kann für gute Noten, das habe ich nämlich auch mal für dieses doofe Nervbook Nervbookrvbookve liebe Kleinkinder, wenn ihr meinen Beitrag mal in fünf Jahren vielleicht lest, ich empfehle euch kein Facebook zu machen, ich würde es heute auch niemals wieder zulegen.

    Antworten
  5. Kevin Siekiera

    Nervbook vernachlässigt.

    Also liebe Kleinkinder wenn ihr meinen Beitrag mal in fünf oder sechs Jahren hier zufällig lest, macht euch das dumme Nervbook lieber nicht, es ist die reinste Zeitverschwendung wo man auch noch dazu verblödet.

    Antworten
  6. Kevin Siekiera

    Jetzt hat Facebook wieder was gut gemacht, da sie meinen Account wieder aufgemacht haben.

    Kinder geht doch alle in Facebook, es ist ein sicheres und gutes Netzwerk um neue Leute kennenzulernen, sehr sehr schönes Netzwerk.

    Ich liebe Facebook jetzt wieder, einfach eine tolle Chatseite und der Support ist auch sehr sehr gut und toll, und geben sofort Kompetente und Hilfreiche Antworten ♥.

    Also meldet euch alle an, ich kann es nur weiterempfehlen ♥.

    Antworten
  7. Wolfgang V.

    Hallo ,
    ein klasse Artikel. Auch ich bin ein aktiver Verweigerer von Facebook, twitter &Co.
    Im Schutze des Netzes sind können die Proleten Meinungen verbreiten die sie sich im realen Leben niemals trauen würden Kund zu tun.Beleidigungen und Diskriminierungen sind leider dort an der Tagesordnung, die ein normaler Mensch mit ein wenig Gehirn nie veröffentlichen würde.
    Ausserdem, wer sich mal die AGB von denen mal durchgelesen hat weiß, das man dort fast seinen Urheberrechten entzogen wird.
    Leider wurde aus einer gute Idee ein mieses Massenverblödendes Medium.
    Siehe Smombies ^^

    Antworten
  8. Stefan

    Bin voll und ganz deiner Meinung.
    Was ich noch dazuzufügen habe ist, dass man keine Benachrichtigung bekommt wenn sich jemand entfreundet oder seinen Account löscht. Traurig, nichts als traurig.

    Antworten
  9. Benny

    Es gibt eine Handvoll Menschen, die ich „Freunde“ nennen kann. Und es gibt meine Familie. Alle anderen Menschen interessieren mich.nicht. und, noch viel wichtiger: Ich interessiere all die anderen Menschen nicht. Und das ist gut so. Wozu also Facebook? Wozu Twitter? Hin und wieder mal eine sms oder Email. Ansonsten will ich diese wenigen Menschen SEHEN, mit ihnen SPRECHEN, sie HÖREN und FÜHLEN. Mensch sein bedeutet, NICHT digital zu leben.

    Antworten
  10. Maya Fischer

    Vielen Dank für diese schönen warmen worte über etwas genauso sinnvolles wie eine payback-karte. Zu dieser hat mich heute wieder eine Verkäuferin gefragt, ich verneinte mit dem Hinweis, diese brauchen doch nur bekloppte – hat Sie mich erschrocken angesehen und bestätigt – „Ich habe auch eine ….. “ Wie doof ist so eine Antwort.

    Also – nochmals vielen Dank für die schönen warmen Worte …

    Grüsslichst Eure Maja

    Antworten
  11. Roland

    Ich habe meinen Account ebenfalls vor einiger Zeit zugemacht. Teils schweren Herzens, da doch einige nette Leute dort unterwegs sind. Aber letzten Endes macht es einfach keinen Sinn, sondern kostet nur Lebenszeit. Und Nerven wegen der unvermeidlichen Dummies und Rechthaber. Man könnte in geschlossenen, engen (Freundes-) Gruppen weitaus besser networken.
    Just my five cents,
    Roland

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.