Visionen aus dem Hause Gerhard

Heute gab’s nach längerer Zeit mal wieder einen kleinen Ausflug ins Sauerland, Joachim Gerhard besuchen. CG und ich waren sehr gespannt auf Joachims neueste Fortschritte in Sachen Lautsprecherentwicklung, und außerdem gab’s eine Menge über Drahtigel und Lochrasterplatinenaufbauten zu diskutieren. Und darüber, was aus denen mal werden soll. Zuerst ein paar Bilder:

Wie immer kämpft der große Meister mal wieder an vielen Fronten gleichzeitig, dennoch gibt es so etwas wie „sein System“. Das hat durchaus noch die Gene von dem. was ich bei meinem letzten Besuch gehört hatte, aber ohne jeden Zweifel hat es sich weiter entwickelt. Joachim ist mittlerweile bekennender Anhänger von rückseitig offenen Lautsprechern, und seine Inkarnationen haben rein gar nichts mit dem zu tun, was man gemeinhin mit dem Thema „Dipol“ assoziiert. Derzeit hört er mit zwei Schallwänden, in denen pro Seite zwei Envieé-Achtzöller stecken; den Tieftonpart übernehmen zwei W-Dipole mit je zwei Peerless-Zwölfzöllern – die hatten wir übrigens auch schon mal in der Klang + Ton.

Das System läuft teilaktiv und ist dynamisch so ziemlich das Heftigste, was mir an Lautsprechern je untergekommen ist – von ein paar wirklich großen Hornsystemen mal abgesehen. Dabei gehen die ein ganzes Stück auseinander stehenden Wandler ein absolut perfektes Miteinander ein; ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Sub-/Sat-System so aus einem Guss spielen kann. Auf einen Hochtöner verzichtet Joachim mittlerweile ganz. Der Einvieé-Breitbänder braucht, so wie er ihn beschaltet, keinerlei Unterstützung mehr. Ich werde das zum Anlass nehmen, mich nochmals mit dem Pärchen auseinander zu setzen, das wir noch im Redaktionsfundus haben, denn so weit sind wir bei unseren Experimenten mit dem Teiber seinerzeit definitiv nicht gekommen.

Der andere Lautsprecher auf den Bildern ist eine Kooperation mit Wolf von Langa und der Stand der Dinge dessen,  was beim diesjährigen Frickelfest angefangen hatte (guckst du). Da steckt noch ein bisschen Arbeit drin, aber das wird sicherlich ein hoch spannendes Ding wenn’s fertig ist. Von Wolf stammt natürlich auch „die Mutter aller Zwölfzöller“ – der Feldspulenbass auf dem letzten Foto.

Joachims mittlerweile legendäre Elektronik-Provisorien gab’s natürlich in Hülle und Fülle zu sehen, aber heute mal nicht zu hören. Das wird aber kein Dauerzustand sein, denn da wachsen so viele Dinge mehr oder weniger im Hintergrund, dass auf absehbare Zeit kein Mangel an höchst innovativen Schaltungskonzepten für alle Arten von Vorstufen herrschen wird – sei es in als Fertiggerät käuflicher Hinsicht oder als Projekt für Selbstlöter. Einen Drahtigel hat Joachim mir übrigens freundlicherweise zum Bespielen mitgegeben, und wenn der so tut wie er soll, dann gibt’s über den sicherlich bald was zu lesen. Sechs lächerlich billige Transistoren pro Seite und nein, es ist keine Phonovorstufe. Nee, ich verrate noch nix ;-). Die große Drahtigel-Sammlung bekommt demnächst übrigens eine breite Öffentlichkeit: Joachim plant ein Kunstausstellung mit den ganzen niedlichen Einzelstücken. Finde ich klasse, die Idee.

Falls es sich noch nicht herumgesprochen haben sollte: Einige von Joachims Geistesblitzen wird’s demnächst auch wider „so richtig“ zu kaufen geben. Die neue Firma heißt Süsskind Audio und soll im Frühjahr 2012 lieferfähig sein.

45 Gedanken zu „Visionen aus dem Hause Gerhard

  1. Roman

    Ich hoffe Joachim ist keine Wiedergeburt Samson dem die Haare geschnitten wurden und der all seine Kraft (Kreativität) verliert…

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  2. Martin

    Hallo Holger,
    könnte man aus den Drahtigelinkarnationen nicht eine Serie in der K&T machen? Da gäbe es doch sicher Interesse auch außerhalb der frickelfestenden Gemeinde.
    Grüße M.

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  3. jj

    Hi Holger,

    ich hoffe, dass Joachim mit seiner neuen Firma endlich mal dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg hat. Schon allein wegen seiner Firmenphilosophie ist ihm das zu wünschen. Aißerdem haben mir Joachims Produkte schon seit seiner Zeit bei Audiophysik gut gefallen, weshalb auch ein Paar Allegria bei mir die Musik macht.
    Ist das derselbe Breitbänder für den Joachim so lange nach einer passenden Membran gesucht hat?

    Gruß,Jürgen

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  4. Joachim Gerhard

    Hallo Holger !
    Keine Sorge, ich verhungere nicht. Ich lebe zur Zeit von Consulting für einige der bekanntesten Firmen weltweit und habe für Suesskind, meine eigene Firma, einiges in der Pipeline. Auf der High End 2011 standen viele von mir entwickelte Produkte unter anderem Namen. Ich bin da meist zum Stillschweigen angehalten. Ich bin auch weiterhin Chef Entwickler bei Spiral Groove, Berkeley, Kalifornien. Das ist die Produktions Firma von Allen Perkins, Immedia, bekannt durch seine Plattenspieler und Arme. Leider war der Name Sonics in den USA schon für Polk vergeben. Die stellen Produkte unter dem Namen I-Sonics her. Meine in den USA gebauten Lautsprecher laufen jetzt unter dem Namen Spiral Groove Canalis. Das sind Weiterentwicklungen einiger meiner bekannten Klassiker plus auch neues wie die Cambria und die Amerigo. Mit der deutschen Sonics bin ich schon fast 2 Jahre nicht mehr liiert. Wer das Original will kauft bei mir. Die anderen sollen sich um die Preise streiten. Diesen Personen wünsche ich viel Spass. Ihr habe leider nichts begriffen.

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    1. Michael

      Hallo,

      ich hab jetzt erstmal meine Pläne auf Eis gelegt, Sonics zu kaufen. Die Originale haben sich super angehört. Aber bei einem Anruf bei Sonics wurde mir beschieden es sei niemand da, der sich mit den Lautsprechern auskennt :-)).

      Was meinen Sie mit „kauft bei mir?“ genau. Bauen Sie noch Lautsprecher?

      Gruss

      Michael

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    2. Joachim Herbold

      Sehr geehrter Herr Gerhard ,

      in der Hoffnung , dass Sie diese Mail erreicht , habe ich ein paar Fragen . Ich bin durchaus glücklicher Besitzer
      einer Allegria neuerer Bauart (Papiertieftöner) . Trotzdem interessiert mich natürlich , welche Vorteile aus dem Umbau in eine Tangram erwachsen . Dabei liegt mein Fokus nicht auf der technischen , sondern auf der
      klanglichen Seite , da ich Musiker bin und aus diesem Grund sehr viel Musik für großes Orchester höre .
      Sicher nicht beiläufig würde ich auch gerne die Kosten für einen entsprechenden Umbau erfahren .

      Ich danke Ihnen schon jetzt und wünsche Ihnen schöne Osterfeiertage .

      Freundliche Grüße ,

      Joachim Herbold

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  5. Joachim Gerhard

    Noch was zum Breitbänder. Der Enviee entstand über eine Zeit von 3 Jahren. Die Membrane war ein Problem bis wir durch Zufall ( gibt es so was ? ) eine Membrane aus den 50er Jahren fanden die funktionierte. Zum Glück kann die Firma welche die Membrane in irgend einer verstaubten Schublade hatte diese auch heute noch fertigen, es gibt also keine Problem mit Nachschub. Bei den Prototypen sind wir jetzt bei Nummer 183.
    Das Chassis ist aber jetzt durch entwickelt. Mit entsprechender Weiche geht das auf offener Schallwand von 80Hz bis 20kHz plus-minus 2dB mit 95dB Wirkungsgrad pro Seite. Verfärbungen üblicher Breitbänder sind da nicht mehr auszumachen.

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  6. jj

    Hallo Joachim,

    meine Allegrias sind älter als 2 Jahre ;-). Sind denn die in der LP getesteten (Titel: „Vom Meister“) mit dem Papptieftöner nicht mehr von Dir? Und falls doch, ist ein „Upgrade“ ein Must Have?

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  7. Joachim Gerhard

    Hallo JJ.
    Es gibt einen Suesskind Lautsprecher namens Tangram, der eine Weiterentwicklung der Allegria darstellt.
    Ich bemühe mich in letzter Zeit so wenig wie möglich aus China einzusetzen. Man kommt damit weit aber nicht in die Spitze. Der Hochtöner ist jetzt von RAAL. Eine Spezial Anfertigung mit amorphem Kern im Trafo.
    Der löst viel feiner auf und hat durch spezielle Difusor Pads einen wesentlich besseren vertikalen Abstrahlwinkel. Der Mitteltöner ist jetzt ein Illuminator von Scan Speak. Der Bass ist noch der selbe Scan Speak mit Papiermembran. Das Update kam vor einiger Zeit. Die ersten Allegrias waren mit Aluminium Membran ausgestattet. Die Weiche ist auch überarbeitet. Technische Daten und Messungen können angefordert werden.
    Bitte mail an Suesskind senden.
    Ältere Allegrias können auf den neuesten Stand gebracht werden.

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  8. damian

    Hallo Joachim,
    Eine Frage zur Weiche: aktuell setze ich die selben enviee-Breitbänder filterlos in einem Breezer-ähnlichen Gehäuse ein (unten offen). Hast Du die leichte Überhöhung im Präsenzbereich mit einem Saugkreis gebändigt? Falls ja würden mich die Werte der Weichenbauteile interessieren. Danke.
    Beste Grüsse, Damian

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  9. jj

    @Joachim Gerhard:

    Das bedeutet für mich, dass alle 3 Chassis samt Weiche getauscht werden müssten. Beim Mitteltöner hätte ich am wenigsten Handlungsbedarf gesehen, aber man muss natürlich das Zusammenspiel aller Komponenten sehen. Und da hat der Entwickler nun mal mehr Einblick. Na ja, ich höre schon meine Frau jammern, wenn ich ihr erst den Preis nenne :-)).
    Obwohl die Suesskind-Website noch ganz am Anfang steht, scheint es sehr spannend zu werden. Der abgebildete Lautsprecher (genau genommen sein Gehäuse) sieht ja hochinteressant aus. Wird es auch Elektronik geben? Beim Namen „Rauschfrei“ bin ich mal so frei und tippe auf eine Phonovorstufe.

    Gruß, Jürgen

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  10. Georg K.

    Dürfte ich auch eine FRage an Herrn Gerhard stellen,

    an einigen Stellen im Netz wird behauptet der Manger im Horn geht garnicht. Andere wiederum meinen dass geht sehr gut. Ich selbst habe ein paar Manger hier rumliegen und würde gerne die Hornvariante ausprobieren. (Unter 40Hz aktiv zurücknehmen – THel modul)
    Soll ichs lieber lassen oder ausprobieren.
    Ihre Entwicklungen mit dem Manger machen sie natürlich zur Koryphäe:-))
    Alternativ wäre eine Selbstbau-Swing in Planung mit einem oder zwei Subwoofern (Bandpass ..?..!)

    Beste Grüße Georg

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  11. Joachim Gerhard

    Hadst du die Version mit dem Metall Bass ? Das wäre ein erster Schritt den gegen den neuen Bass auszuwechseln. Das bringt 4dB mehr Wirkungsgrad und es klingt viel homogener.
    Ja, der Rauschfrei ist eine Phono Stufe. Holger hat ein Bild davon gemacht und wir haben damit gehört. Es kommen noch weitere Phonos und ein Buffer.
    Der Lautsprecher auf dem Bild ist der SW1 ( Schallwelle 1 ). Das Gehäuse wird aus technischer Keramik gegossen.
    Ähnlich dem Stoff, aus dem künstliche Zähne sind. Die Form existiert schon aber wir haben noch Probleme beim Guss. Macht man die Pulpe zu dünn quillt es raus und rührt man zu dick an füllt es nicht ganz auf.
    Hatte ich mir etwas leichter vorgestellt.

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  12. Joachim Gerhard

    Manger im Horn. Schwierige Frage. Unter etwa 300Hz verhält sich der Manger mehr und mehr wie ein konventioneller Kolben Strahler. Da gilt dann wieder Thiele-Small. In der Regel funktioniert ein Lautsprecher im Horn besser mit geringem Qts, sagen wir um 0,2. Das Horn erhöht dann den Strahlungswiderstand im Bass.
    In einer geschlossenen oder Reflex Box würde ein solcher Treiber wenig Bass erzeugen. Der Manger liegt etwas höher. Das bedeutet er würde in einem konventionellen Horn dröhnen. Er gibt einen Herrn Möller in Hamburg der das allem Anschein nach gelöst hat.

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  13. Mathias

    Hallo Joachim,

    mal was ketzerischeres am Rande… ich sehe das Du wohl auch bei Pollin Bauteile für Deine Prototypen beziehst namentlich hier das Sortiment Folienkondensatoren.
    Es wäre schön Dich bei einem der kommenden Analog Foren mal nicht nur als Besucher, sondern als Aussteller zu sehen. Ich wünsche Dir ein erfolgreiches 2012 und ich bin auf den weiteren Werdegang von Süsskind mehr als gespannt.

    Analoge Grüße,
    Mathias

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  14. Joachim Gerhard

    Klar, Kondensator Sortimente von Pollin sind der Klassiker. Habe ich sogar schon in teuren fertig Boxen gesehen. Siehe die neue Image Hifi. Auch bei Oppermann gibt es manches Schnäppchen. Ich denke wenn ich das für Prototypen einsetze ist das OK. Die nächste Messe auf der meine Konstrukte zu sehen sind ist die CES
    in Las Vegas. Canalis stellt im Venetian aus. Ich denke, dass ich auf der High End mit Suesskind dabei bin.
    In Krefeld stand ein Lautsprecher von Wolf von Lange für den ich die Weiche konstruiert habe. Ich bin zwar manchmal unsichtbar aber mein Geist ist in der Maschine.

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  15. Mathias

    Hallo Joachim,

    ja, der Wolf nur leider habe ich ihn nur im rein menschlichen Kontext so ganz ohne die Technik im Hintergrund getroffen. Manchmal langt es mir aber auch sofort den/die Menschen hinter der Technik zu treffen um sicher zu sein das da Großes entsteht und was die Field Coils angeht… ich kann mir den Spaß vorerst nicht leisten und insofern bin ich nicht böses drum dieses wohl gute hifidele Gift nicht genossen zu haben.

    Und, ja, für Prototypen würde ich auch keine hochwertigen Neuteile verwenden wollen. Solange es Versender wie Pollin gibt kann man da ruhig auf Überschußware ausweichen.

    Grüße,
    Mathias

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  16. peter

    Lieber Mathias,
    was genau hast du an der Pollin Ware auszusetzen ?
    Nicht teuer genug ?
    Keine güldenen Stempelchen drauf ?
    Ohne amtlich geprüftes Weihwasser getauft ?

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  17. Joachim Gerhard

    Henning, das sind Sueeskind Cookies. Die benutze ich zum tunen von mechanischen Resonanzen. Du kannst auf den Bildern auch Metall Ringe und Metall Pucks sehen. Die nenne ich Sphära. Wenn man mehr Masse braucht sind die wirksamer als Holz Klötzchen. Auf Transformatoren bewirken sie auch eine Dämpfung der Wirbel Ströme. Mein Hörraum ist auch mit Acoustic Systems Resonatoren, Interfaces und Sugarcubes ausgestattet. Thomas Fast hat einige Absorber angebracht. Die Nachhallzeit beträgt ziemlich konstant 500mS.
    Das ist weniger bedämpft als in Ton Studios gefällt mir aber besser. Ich sitze sehr dicht vor den Lautsprechern, also habe ich sowieso weniger Probleme mit Nachhall und Reflexionen.
    Der Raum ist von Arno Selker „informiert“. Ich habe eine eigene Leitung vom Strom Kasten und Netzfilter von Jürgen Hensler und Nigel Pearson. Kabel sind oft eigene Konstruktionen aber ich habe auch dutzende andere Alternativen von Nord-Ost, Wire World, Lyra, Yamamura, LFD, Solid Core Audio etc.
    Generell bin ich der Auffassung, dass Setup und Tuning extrem wichtig sind. Viele Anlagen spielen weit unter Niveau weil beim Aufbau geschlampt wird.

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  18. Mathias

    @peter: Lieber Peter,

    habe ich das geschrieben? Nein, na dann ist ja alles gut. Gerade bei den Folienkondensatoren kann man bei Pollin durchaus ein Schnäppchen machen und ich habe dort sogar eine nette Ladung Einfachtrioden für meine Phonopres erstehen können.

    Grüße,
    Mathias

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  19. Joachim Gerhard

    Das ist wirklich egal, wo das herkommt. Nein Mathias, das ist schon OK mit deiner Anmerkung. Ich sehe nicht ein, dass ich für Prototypen meine teuersten Bauteile verwende und Röderstein und Wima haben früher prima Kondensatoren gemacht und vor allem nicht mit Beinchen aus Stahl wie heute. Speziell bei Wickel Gütern waren wir dem Amerikanern und Japanern bis in die 70er überlegen. Was dann kam hat mehr oder weniger die Deutsche HiFi Großindustrie zerstört.
    Für Serienproduktion setze ich keine NOS Bauteile ein, außer ich habe ein erhebliches Lager von z.B. P-Kanal
    J-Fets für die es bis heute keinen Ersatz gibt. Es soll ja ein Gerät wie das andere Sein. Zumindest über die Laufzeit einer Serie. Da sind die Kunden echt sensibel.

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  20. jj

    @Joachim Gerhard:
    Eine eigene abgeschirmte Stromleitung samt „Klangmodul“ und Schmelzsicherung habe ich auch. Wegen ländlicher Wohnlage benutze ich jedoch keine Netzfilter. Aber silberne und güldene Klangschälchen? Och nee, dass hätte ich jetzt aber nicht gedacht. Und „informiert“ wird auch nur meine Frau, wenn größere Ausgaben anstehen.

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  21. Joachim Gerhard

    Das was ich habe sind keine Netzfilter im üblichen Sinne. Das Gerät von Jürgen Hensler besteht im wesentlichen aus einem massiven Kupfer Rundstab von etwa 8cm Durchmesser und 20cm Länge. Das wirkt durch den Skin Effect wie ein sanftes Fiter zu höheren Frequenzen. Klanglich wirkt sich das durch mehr Fundament im Bass aus.
    I habe eine Klangschale im Hörraum und eine Klangschale im Nebenraum, da wo mein Labor ist. Beides ergibt einen subtilen Effekt den ich nicht missen möchte. Arno Selkers Chips sind eine Sache für sich.
    Komm vorbei, und ich führe es vor. Ich finde den Ausdruck „Informieren“ für die Wirkung dieses Produktes ebenfalls bescheuert und nicht Ziel führen. Irgendwie hat sich am Markt dennoch dieser Begriff durchgesetzt für Produkte die allem Anschein nach „nichts“ tun und dennoch eine positive Wirkung auf das Klangbild haben.
    Ob es sich hier um einen starken Placebo Effekt handelt oder nicht spielt erst mal keine Rolle. Ich sehe das eher in der Tradition der Druiden und Schamanen, die teilweise erstaunliche Erfolge erzielen ,ohne dass man etwas physikalisches feststellen kann. Der Schamane hat einen geistigen Weg gefunden. Wir sind Menschen und brauchen Rituale. In der Musik steckt soviel Heilkraft und Inspiration.
    Arno versucht den Effekt messtechnisch zu erfassen und seinem Verfahren Kredibilität zu geben.
    Das interessiert mich weniger. Störfelder aufzuzeigen und die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen wenn da nicht sofort etwas getan wird halte ich für getarntes Marketing. Ich finde es dennoch bemerkenswert wie viel Energie Arno in die Erforschung dieses Phänomens steckt. Mich interessiert nur der Klang und da wirken sich Arnos Produkte in meine Anlage sehr positiv aus.
    P.S. wenn der Effekt physikalisch gefunden wird müssen die Gurus davon ablassen und zu neuen Ufern aufbrechen.

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  22. jj

    @Joachim Gerhard:
    Hallo Joachim,

    zunächst möchte ich Dir ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr wünschen.

    Bezüglich des erwähnten Klangtunings möchte ich keine Diskussion über die Wirksamkeit führen, aber noch ein abschließendes Wort über meine Sichtweise verlieren.

    Ich zweifle nicht daran, dass Du eine Wirkung erzielst. Auch würde ich nicht behaupten wollen, dass Du einem Placeboeffekt erliegst. Ich habe dieses Zubehör nie persönlich ausprobiert, weshalb ich mir kein Urteil bezgl. der Wirksamkeit erlauben kann. Auch möchte ich mich nicht bei den Ignoranten einreihen, die Sachen negativ beurteilen, ohne sie zu kennen. Wohl aber ist mir diesbezüglich eine gehörige Portion Skepsis zu eigen, die erst mal widerlegt werden will.

    Was mich an diesen Produkten stört, ist das häufig geradezu groteske Missverhältniss zwischen Materialwert und Verkaufspreis. Teilweise ist die Verpackung wertvoller als der Inhalt. Genau das ist der Grund, warum Holger es ablehnt, über solche Dinge Testberichte zu verfassen. Dafür schätze ich ihn. Wenn man die gegenseitigen Abhängigkeiten von Verlagen und Herstellern berücksichtigt, ist das keineswegs selbstverständlich. Ich habe erst kürzlich einen Bericht über Feinsicherungen für sage und schreibe 33,– € pro Stück von einem Autor aus demselben Verlag für den Holger tätig ist gelesen. Er behauptet bei dem von ihm zum Test verwendeten Denon Verstärker habe sich durch den Austausch der Feinsicherung der Innenwiderstand verringert (Dämpfungsfaktor stieg von 350 auf 500). Da fehlen mir ehrlich gesagt die Worte.

    Weiter oben bist Du auf die Holzklötzchen eingegangen. Sie haben schon einen Namen – Süsskind Cockies. Ich will nicht hoffen, dass es sich hierbei um von Balinesischen Perlentaucherinnen bei Vollmond handgeschnitzten Klangquadern aus geheimem nachhaltig angebautem Tropenholz handelt. Ich zitiere mal aus der Süsskind Philosophie: „Vereinfacht gesagt, wird täglich als erstes eiskalt geplant. wie man schnell noch mehr Geld verdienen kann.“ Und: „Tatsächlich im Mittelpunkt steht der Nutzer unserer Produkte, Sie!“ Daran wird man Dich messen.

    Lieben Gruß, Jürgen

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  23. Joachim Gerhard

    Mit den Klangschalen tat ich mich auch sehr schwer. Ich hatte am Anfang dutzende von Schalen in der Anlage.
    Sogar in den Bassreflex Tunneln. Zunächst habe ich alles an Thomas Fast zurückgegeben. Du kannst dir vorstellen, dass er davon nicht sehr begeistert war. Er kam in der Folge noch einige Male und wir fanden 2 neuralgische Punkte an denen die Wirkung positiv war. Ob ich das als Kunde auf dem freien Markt für den hohen Preis gekauft hätte ? Allem Anschein nach funktionieren die Dinger auch in Räumen besser, wo man weiter von den Boxen entfernt hört. Ich bin weder der Verkäufer dieser Dinge noch möchte ich als Opinion Leader missbraucht werden. Ich kann es unter bestimmten Umständen hören, bei anderen mag das anders sein.
    Zu den Cookies : Die Wirkung kann man mechanischer erklären. Fast alle Bauteile sind mikrophonisch. Da kann eine Verschiebung oder Bedämpfung der Resonanzen helfen. Diese Erfahrung setzt sich immer mehr durch. Auch diese Elemente promote ich kaum aktiv, hat aber dem einen oder anderem schon geholfen. Man kann auch ohne Geld selbst Experimente machen. Zum Beispiel mal geschliffene Gläser von der Mutter auf die Boxen stellen. Keine Sorge, ich plane nicht damit das Big Business zu machen.

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  24. Roland

    Hallo Joachim G.
    auf dem zweiten Photo sind auf einer Platine geschätzte 20 Stück Carcroft Widerstände (das sind glaube ich nackige Vishay ) zu sehen.
    Ich gehe mal davon aus daß du die nicht zum Spaß da einsetzt,da die Widerstände ja sau teuer sind.
    Welche Auswirkung haben die denn verglichen zu andern Widerständen(du hast ja bestimmt einige getestet).
    Gibt es eine günstige Bezugsquelle (Hificollective.uk ist echt teuer).
    Letztlich komm ich nicht darum herum selbst zu testen ob es für mich Sinn macht.

    Grüße
    Roland

    Antworten
  25. Joachim Gerhard

    Hallo Roland !
    Diese Widerstände haben sehr enge Toleranzen und einen TK von nahezu null. Ich setze sie in besagter Schaltung ein, weil es sich um eine Open Loop Schaltung handelt, die von den Toleranzen und der Stabilität der Bauteile lebt. Da ist keine über alles Gegenkopplung, die die Toleranzen ausmerzt.
    Die rohen Elemente werden bei Vishay in Israel gefertigt und gehen dann an Vertragspartner, die daraus Widerstände fertigen. Die teuersten sind Charcroft in England. Da kostet ein Widerstand 60.- englische Pfund.
    Preiswerter is Texas Components mit ungefähr 11,- US Dollar pro Stück. Soweit ich das erkennen kann, ist das rohe Element das selbe. Die Dame bei Charcroft hat allerdings eine echt sexy Stimme.
    Der Typ nennt sich Naked Z-foil. Diese Widerstände rauschen auch sehr wenig. Natürlich rauscht jeder Widerstand thermisch aber hier geht es um den „Excess Noise“, ein Rauschen was von der Granularität des Widerstand Elementes kommt. Kohle Schicht Widerstände sind da ganz schlecht können in Gitarren Verstärkern aber ein schön fetten Sound machen.

    Antworten
  26. Claus

    Hallo Holger,
    vor einigen Monaten war hier angekündigt, dass die Phonostufe als Bauvorschlag „in’s Heft“ kommt. Darf ich die Textstelle „außerdem gab’s eine Menge über Drahtigel und Lochrasterplatinenaufbauten zu diskutieren“ so verstehen, dass das Vorhaben noch aktuell ist?! Es würde mich schon sehr freuen, wenn die K+T hier der Ankündigung Taten folgen lassen kann.
    Beste Grüße
    Claus

    Antworten
  27. Joachim Gerhard

    Es haldelt sich wohl um die Nobrainer Phonostufe.
    Soweit ich Holger verstehe betreibt er diese Stufe mit Blei Accus was klanglich hervorragend geht.
    Das Problem ist wohl eine gute Lade Schaltung zu entwickeln, da sonst das Gerät immer wieder von den Accus getrennt werden muss um die Accus extern zu laden.
    Ich habe in der Zwischenzeit ein Netzteil laufen was auf einem älteren Vorschlag von Holger basiert ( für den DisPre ). Da war ein Bug drin den ich beseitigt habe. Das geht klanglich so gut, dass die Blei Accus meinem Empfinden nach nicht mehr nötig sind. Wenn ich Holger am 28. Januar treffe kann ich das ja mal ansprechen.

    Antworten
  28. Georg S.

    Wenn man seine ausgetretenen Pfade nicht verlässt, dann lernt man nie neue Landschaften kennen.
    Was genau empfindest Du denn als unangenehm, wenn Du das liest, Holger?

    Antworten
  29. Joachim Gerhard

    Ja das ist die neue Canalis Allegra 2. Hier ist das Problem gelöst, dass Resonanzen aus dem Bass Modul in das Mittel-Hochton Modul gelangen. Unter dem Mittel-Hochton Modul ist eine Stahl Platte befestigt um die Masse dort zu erhöhen. Zwischen dieser Platte und dem Bassmodul sind Sorbotan Dämpfer. Ein Metall Stift in den Dämpfern sorg dafür, dass das Mittel-Hochton Modul nicht „abhaut“.
    Das ist so effektiv, dass man bei voller Lautstärke am Mittel-Hochton Modul mit der Hand keine Vibration mehr spürt. Die Gehäuse sind aus massivem Bambus, welches aus kreuz und quer verleimten Stäben besteht.
    Die Weiche ist jetzt mit Teilen von RTI bestückt. Es gibt eine Version mit Polistyren Kondensatoren und ich glaube auch eine HQ Variante mit Teflon caps.
    Interessant ist, dass meine amerikanischen Freunde dies als Top Model ausgewählt haben. Es gibt unter dem Canalis Label also kein größeres Modell, so überzeugt sind sie. Die Allegria habe ich zur Suesskind Tangram weiterentwickelt, also das Design stirbt auch nicht aus. Dafür habe ich mein Kind zu lieb.

    Antworten
  30. Joe

    bin in einer alten

    image hifi (2/2014) über folgende Bemerkung gestoßen:

    „Joachim Gerhard – jawohl, der Joachim Gerhard, der
    einst Audio Physic zu Weltruhm verhalf – meldet sich mit Suesskind Audio zurück
    an der HiFi-Front. Neben Lautsprechern und Verstärkern gibt es auch Analoges im
    Angebot: ein modifiziertes Dual CS 504-Laufwerk inklusive Untersatz und das
    Objekt dieses Berichts: ein moderner Tonabnehmer nach dem Moving Iron-Prinzip
    im Vintage-Gehäuse.“

    Weiß vielleicht jemand etwas darüber? Ich Netz kann ich keine Informationen finden. Da
    ich einen alten Dual CS 504 mein Eigen nenne, würde mich das natürlich brennend
    interessieren.

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