ETF 2017

Am Sonntagabend sind Flo, Bernd und ich von unserer diesjährigen Reise in Dänemarks Osten zurückgekehrt und können vermelden, ein weiteres Mal großen Spaß beim European Triode Festival gehabt zu haben.
Die 2017er Ausgabe war die letzte, die das dänische Team in bravouröser Manier organisiert hat, für die nächsten drei Jahre geht’s nach Frankreich, unweit von Le Mans. Wie man an den Bildern schon ein bisschen erkennen kann, ging’s in diesem Jahr noch mehr ums Miteinander. Ein gepflegtes Schwätzchen war definitiv wichtiger als die – durchaus beeindruckende – ausgefahrene Technik, Kontaktpflege war Trumpf. Entsprechende „Pflegesprays“ gab’s zuhauf, so dass der Beginn des folgenden Tages meist ein wenig… verzögert war.
Leser der Klang+Ton-Facebook-Seite wissen, dass ich die letzten Tage und Nächte vor der Veranstaltung intensiv damit beschäftigt war, unsere neue Vorzeigebox „Todo“ rechtzeitig fertig zu bekommen, was mit knapper Not auch geklappt hat. Angetrieben haben wir das gute Stück mit einer spannenden Hybridendstufe von Flo und Bernd mit GM70 im Single-Ended-Betrieb im Ausgang, einer C3G am Eingang und einem Mosfet als Treiberstufe dazwischen. 20 Watt der zweifellos leckeren Art.
Phono- und Line-Vorstufen haben wir diverse benutzt, als Signallieferant diente „mein“ getreuer TechDAS Air Force III, und wie immer erwies sich der günstigste Tonabnehmer als der beste in solchen Situationen: Wenn’s einfach ums Musikhören geht, dann ist ein gutes MM das Mittel der Wahl. Wir haben auch ein wenig mit Bernd Hemmens Mördertonarm FCS gespielt, aber der machte uns nach kurzer Zeit leider per Defekt in der Feldspulenversorgung einen Strich durch die Rechnung.
Das große System in diesem Jahr war abermals eine internationale Kooperation. Als Lautsprecher fungierte ein Projekt von Konstrukteurslegende JC Morrison mit Volt-Bässen, großen Iwata-Hörnern und einem Holzhorn für den Hochton, an dessen Bestückung ich mich gerade nicht erinnern kann. Für die nötige Bassunterstützung sorgte gewaltig viel Membranfläche in einer Art AMT-Anordnung mit reichlich Quadratmetern als Schallwand nebendran. Die Verstärkung besorgten abermals Jeffrey Jackson und Dave Slagle, die es wiederum auf unerklärliche Weise geschafft haben, jede Menge radioaktiver Giftstoffe in Form uralter Röhren nach Europa mitzubringen. Die wohl schönsten anderthalb Watt, die ich je erleben durfte.
Die norwegische Fraktion karrte einmal mehr Großvolumiges an, diesmal machten sie auch nicht vor einem Pickup voll Basshorn halt. Das große JBL-Horn wurde von einem der brandneuen gewaltigen Celestion-Zweizöller befeuert, den habe ich im Nachgang gleich mal für die Klang + Ton geordert.
Und dann war da noch Reinout: Der Holländer war noch nie ein Freund niedlicher Verstärkerchen, in diesem Jahr hat er dann so richtig Ernst gemacht: Seine TB3/1000-Monos brauchen anderthalb Quadratmeter Standfläche. Wahnsinn.
Die beste Musik gab’s wie üblich bei Andrejs. Sein – röhrenfreies – Setup prügelte mit unserem Cheap Trick 290 los wie nichts anderes auf der Veranstaltung, die Box darf ohnehin als meist beachteter Lautsprecher bei der Veranstaltung gelten.
A propos Lautsprecher: Beim diesjährigen Shootout ging’s um Wandler mit mindestens 96 Dezibel Wirkungsgrad, die unterhalb von 300 Hertz vom Subwoofer des großen Setups unterstützt wurden. Gewonnen hat Mich Ulbrich aus Berlin mit einer offenen Schallwand mit zwei Sachsenwerk-Feldspulenbreitbändern und einem (glaube ich) JBL-Cateye in der Mitte. Ich habe nicht alle Kandidaten gehört, aber das Ding war wirklich gut. Von den Breitbändern hätte ich auch noch diverse im Regal liegen. Hmmmm…
Richtig gut wusste auch das zweifellos etwas speziell aussehende Horn von Frank Blöhbaum zu gefallen. Die Faltkonstruktion aus Kunstleder ließ alle dummen Sprecher zur Optik schnell verstummen. Ich hoffe inständig, dass Frank das Ganze zum Frickelfest zweikanalig fertig hat.

Soviel an dieser Stelle. Viel Spaß mit den Fotos. Sehr schöne Berichterstattungen gibt’s übrigens auch bei Thomas Mayer, Soren Hagel, hier und bei Jeffrey und Dave.

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