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JBL 4355 – something I’ve learned today

Bei der 4355 (und anderen JBL-Monitoren aus jener Zeit) gibt’s ja den interessanten Umstand, dass die Schallwände Montagepositionen für den/die Hochtöner auf beiden Seiten vorsehen. So ganz klar war mir nie, was sich der Hersteller dabei gedacht hat. Jetzt fand ich zufällig das hier:


Tatsächlich ist es also beabsichtigt, dass man die Tweeter links oder rechts montiert; das erlaubt bei gegebener Platzierung der Lautsprecher drei unterschiedliche Abstände zwischen den Treibern von minimal (beide innen) über mittel (beide auf einer Seite) bis maximal (beide außen). Die mittlere Option überrascht mich ein wenig, weil dabei die Spiegelsymmetrie aufgegeben wird.
Aber vermutlich stört das nur mich als von Pseudo-Highend-Gedankengut versautem Nerd und die alten Studioprofis wussten es einfach besser…

JBL 4355 – Zwischenstand

jbl22021501_600So jetzt gerade muss ich wirklich sagen – sie singt, die JBL.
Die Besucher des Hörtests am letzten Samstag konnten schon erleben in welche Richtung die Reise geht, aber ich bin noch ein gutes Stück weitergekommen. Tatsächlich hat sich die Montage der Schallverteilerlinsen für kurze Hörabstände dann doch bewährt. Auf den Passivweichen gibt’s jetzt L-Pads zur Pegeleinstellung:
jbl22021502_600Als Aktivweiche läuft gerade eine mal so richtig überhaupt nicht highendige Monacor-Lösung, angeschlossen mit auf die Schnelle zusammengebratenen Klinke-Cinch-Adaperkabeln. Geht hervorragend.
jbl22021503_600Natürlich ist das erst de Anfang. Und natürlich werden mir weder die Accuphase E-46 für den Mittelhochtonbereich noch die Bryston 4BSST² für die Bässe längerfristig erhalten bleiben. Sehr bedauerlich.

ETF 2014 – bye, bye Berlin

Die 2014er Ausgabe des European Triode Festivals war die insgesamt fünfzehnte, die dritte in Berlin und damit, gemäß den Statuten der Veranstaltung, die letzte in den Räumen des Teikyo Hotels in Berlin-Schmöckwitz.etf14_600_01Ich werde ihn vermissen, den dezent-muffigen Charme der ehemaligen DDR-Kaderschmiede. Mein Beifall gebührt allen, die die Veranstaltung während der drei letzten Jahre so reibungslos über die Bühne gebracht haben: Frank, Thomas, Micha, Andreas, Basil, Felix, Klaus, Michi, Stefan (thx Frank für die Liste ;-)) – eine gute Organisation erkennt man daran, dass man nichts von ihr merkt, und das habt ihr in beeindruckender Manier hinbekommen.etf14_600_05Der Preis für das maximal mögliche Maß an Wahnsinn geht in diesem Jahr zweifellos an die Delegation aus Japan, die erstmals am ETF teilnahm. Die folgenden Worte leihe ich mir von Thomas Schick, die treffen den Nagel auf den Kopf: Einige der japanischen Teilnehmer hatten ihr Heimatland noch nie verlassen, geschweige denn einen anderen Kontinent besucht. Und das mit 300 Kilogramm Eisen, Röhren und anderen Teilen im Gepäck, um dann von einem Typen in einem alten Feuerwehrauto abgeholt zu werden. Aber keine Spur von einem Kulturschock, solange der Lötkolben heiß war, fühlten sich alle zuhause.
Programm? Gab’s reichlich. Wie üblich, habe ich von den diversen Vorträgen nicht allzu viel mitbekommen, aber Frank Wogatzkis Schellack-Veranstaltung war großartig.etf14_600_02Was auf den alten Scheiben (wir haben Beispiele aus den Jahren 1917 bis 1947 gehört) an musikalischer Qualität sowieso, aber auch technisch drauf ist, das hat mich schwer zum Staunen gebracht.

Und die JBL 4355? Sie hat ihre erste Feuerprobe zweifellos bestanden. Wenngleich sie noch einige Geheimnisse in petto hat, die es ihr jetzt erst einmal zu entreißen gilt: So war die einzige Endstufe, mit den wir die beiden parallelen Fünfzehnzöller pro Seite richtig gut zum Spielen bekommen haben, die gerade mal vier Watt leistende EL156-SE-Endstufe von Olli. Alles andere, von 1625 PP über diverse SymAsym-Varianten bis hin zu einer ausgewachsenen PA-Endstufe klang dick und müde an den Bässen. Sehr erstaunlich.etf14_600_04Zwischenzeitlich hatten wie einige Kombinationen, die wirklich gut gingen. Frank Blöhbaums beeindruckende Röhren-Aktivweiche (Filter sechster Ordnung in Subtraktivtechnik, insgesamt 22 Röhren) funktionierte ausgezeichnet, Ollis deutlich schlichtere 12-dB-Lösung (ebenfalls in Röhrentechnik) ließ uns jetzt aber auch nicht schreiend davonlaufen. Von der Box jedenfalls wird’s noch viel zu berichten geben, das steht schon mal fest. Kleiner Wehmutstropfen in diesem Zusammenhang: Eines der Basschassis hat den Rücktransport nicht heil überstanden. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.

Und wie geht’s weiter mit dem ETF?
Die nächsten drei Jahre kehrt die Veranstaltung zurück zu ihren Wurzeln, sprich: nach Dänemark. Bis wir uns den Ort „Tisvildeleje“ merken, geschweige denn korrekt aussprechen können können, wird’s sicherlich ein wenig Zeit brauchen – aber wir arbeiten daran. Und der Transport von größeren Mengen Zeugs über 750 Kilometer von Duisburg aus schreckt uns auch nicht, das ist schon beschlossen.
Bis dahin bleibt und allen nur, es auch weiterhin immer schön glühen zu lassen.etf14_600_03Und wer immer noch nicht auf ein Bild geklickt hat: Hier gibt’s die meine Bilder von der Veranstaltung.

ETF 2014, die erste

etf14_01_600Gerade zurück aus Berlin. Ich brauche dringend ein paar Stunden Schlaf, deshalb nur ein ganz kurzes Update:
-Sind sie fertig geworden, die 4355?
Aber ja doch.
-Und wie spielt’s?
In Anbetracht des Umstandes, dass die Boxen noch kein Messmikro gesehen haben und es noch keine wirklich konsistenten Ergebnisse zur Wahl der Elektronik gibt – großartig.

Mehr die Tage.

Zielgerade

So sieht’s aus – man könnte es fast mit einer JBL 4355 verwechseln:jbl1811_04Die Montageklötze am Mitteltöner kusste ich noch schnell fräsen, da ich die dafür vorgesehenen originalen Gussklammern ums Verrecken gerade nicht finde.
Die Passivweichen muss ich auch noch zusammenbauen, kommt noch. Die werden dann hier angestöpselt:jbl1811_02Wie angedroht, gab’s heute größere Mengen von Kissen – billiger kann man kaum an Polyesterwatte zur Gehäusedämmung kommen (79ct pro Stück):jbl1811_03Fast wäre mir die ganze Nummer heute Abend noch um die Ohren geflogen, einer der beiden Schlitzstrahler machte nämlich keinen Muchs mehr. Also das gute Stück durchs Reflexrohr (!) ausgebaut und in Augsnschein genommen – zum Glück war’s nur eine gebrochene Lötstelle am Schwingspulenanschluss:jbl1811_01Puuhh…

Weiter geht’s

Jetzt kommen die vielen Kleinigkeiten, die noch jede Menge Zeit fressen. Da wären zum Beispiel die passiven Weichen, in denen natürlich nicht ein einziger Normspulenwert drinsteckt. Also zwölf Spulen passend abwickeln – ich hab ja sonst nix zu tun.jbl1711_02Ein gescheites Anschlussterminal braucht’s auch, und wenn man schon mal größere Mengen 25er Buche rumliegen hat…jbl1711_03Bei den Kisten selbst hat sich optisch schon mal Entscheidendes getan – RAL 5007 scheint die richtige Idee gewesen zu sein:jbl1711_01

Deckel drauf

Uff. Harte Woche das. Aber ich bin ungefähr so weit gekommen wie erhofft. So sieht’s mit geschlossenem Tiefmitteltongehäuse und den ersten Versteifungen auf den Seitenwänden aus:jbl1611_01Davon gibt’s eine Menge in der Box, ich hab sie alle aus Nadelholzleisten 6×4 cm gemacht.jbl1611_04Auch die „Bodengruppe“ wäre soweit, sie besteht einfach aus vier Leisten – wie beim Original:jbl1611_02Der Hochtöner hat mich heute gut beschäftigt: So sieht’s aus, wenn der fette Alnico-Treiber einfach hinter der Front hängt:jbl1611_05JBL hat da ein gekantetes Blech, das an den Hornflansch geschraubt wird, zur Abstützung genommen. Das gefiel mir nicht, bei mir liegt der 11-Kilo-Magnet selbst warm und trocken in einer passend ausgeformten Strebe und wird später damit verzurrt:jbl1611_03Letztlich noch ein Foto vom Stand der Dinge, den ich als durchaus erfreulich bezeichnen würde: Beide Kisten sind zu. Jetzt noch die Dummy-Blenden für die nicht genutzten Hochtönerausschnitte und ein Anschlussfeld, dann war’s das mit der groben Mechanik.jbl1611_06Und für morgen freue ich mich schon auf einen kleinen Ausflug nach Ikea, 20 Kopfkissen kaufen :-).

Gezwungenermaßen

jbl1511_02Es wird. Und wieder einmal zeigt sich, dass es so etwas wie „zuviele Zwingen“ in keiner Werkstatt gibt.jbl1511_01Die Mitteltongehäuse nehmen Gestalt an. Ich hab’s so hinbekommen, dass sie stramm an die Rückwand stoßen, was zusätzliche Stabilität geben sollte.