Cave men

Das letzte Wochenende habe ich in Leipzig verbracht. Silvercore-Eigner Christof Kraus hatte zum gemeinsamen Basteln, Musikhören und Spaß haben geladen – dem Aufruf bin ich zusammen mit acht anderen themenaffinen Leuten gerne gefolgt. Christof hat sich ein wirklich erlebenswertes Refugium zum Ausleben seiner Ambitionen in Sachen Musikwiedergabe geschaffen, es steht nicht umsonst „man cave“ an der Tür.

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Und so wurden neun nicht mehr ganz kleine Jungs zweieinhalb Tage lang zu großen Spielkindern, frönten ungehemmt ihrer Leidenschaft für laute Lautsprecher mit Druckkammertreibern und Hörnern, stöpselten fleißig Röhren um, erweckten ein wahres Plattenspielermonument mit Luftlager per (viel zu lautem und überdimensioniertem) Kompressor zum Leben, diskutierten über das Für und Wider von Blechhörnern (wenn denn schon mal eine hervorragende Western Electric 16A-Kopie da hängt) und hatten alles in allem außerordentlich viel Spaß.
Ich habe viele spannende Dinge gesehen, gehört und gelernt; das eine oder andere wird sicherlich Folgen haben, die sich zumindest in der Klang + Ton niederschlagen werden. Und nein, das wird nichts mit 17er Bässen und 25er Kalotten zu tun haben ;-).
Vielen Dank an Christof für die Einladung, meine lieben Grüße auch an die werte Gattin – ihr wart perfekte Gastgeber. Ich komme gerne wieder.

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Bilder davon gibt’s natürlich auch.
Und als nächstes erzähle ich endlich was vom diesjährigen ETF und meinem dazugehörigen Boxenprojekt, dass es übrigens dann doch in die neue Klang + Ton geschafft hat.

Späne

Das European Triode Festival (ETF) steht vor der Tür. Bis nächsten Mittwoch muss ich noch das angedachte Lautsprecherprojekt durchziehen.

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Heute Morgen zwei 25er Buchenmultiplexplatten vom Holzgroßisten geholt – man gönnt sich ja sonst nichts – und erst einmal festgestellt, dass eine solche Platte von 2,50 x 1,50 m nicht ohne Risiko für Leib und Leben über die Kellertreppe in unsere Werkstatt zu schaffen ist. Also musste das Zerlegen des Materials zumindest teilweise draußen stattfinden. Dem Wetter und meiner neuesten Investition bei Festool sei Dank – kein Problem.
Der Lautsprecher, der dabei rauskommen soll, wird hoffentlich so aussehen:

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Das ist das legendäre Mini-Onken-Gehäuse von Focal, ich hab noch ein Paar NOS-10C01 dafür. Obendrauf kommt ein dicker AMT im Waveguide, die „Flügel“ links und rechts sind Schallwandverbreiterung.
Die Zuschnitte sind alle erledigt, die TS-75 hat überhaupt keine Probleme mit dem dicken Buchenzeugs, für heute muss das reichen.

Analogforum 2016 – Sonntägliches

So. Geschafft. Das Analogforum 2016 und ich sind erledigt. Ein paar Dinge sind mir am heutigen Tag – ich hatte übrigens den Eindruck, dass es voller war als am Samstag – hängengeblieben. Wirklich sehr gut geklungen hat’s bei input Audio – Bernd Hömke hat die Bude mit Audible Illusions, Croft, Neat Acoustics und Harbeth echt gerockt. Bemerkenswert war’s auch beim High Fidelity Stduio aus Augsburg, wo ein klassischer 18cm-Koax von Seas in enem kompakten Gehäuse sehr ernste Töne produzierte. In der Riege der fähigen Vorführer endgültig angekommen ist Benjamin Meyer zur Capellen, der nicht nur wirksame Raumakustikelemente unter dem Label BMzC fertigt, sondern echt ernstes Zeug in der Plattenkiste hat.

Analogforum – der Samstag

Ausnahmsweise bin ich am Samstagabend während des Analogforums mal nicht damit beschäftigt, irgendwelches Zeug (in Zimmern mit meist sehr lauter Musik) in mich hineinzuschütten. Eigentlich schade, aber in diesem Jahr mal nicht. Dafür gibt’s schon eine Lage fertiger Fotos von der Veranstaltung. Meine Highlights bis jetzt: Der gute Tom legt klasse Musik bei Sperling / Silberstatic auf, da klingt’s auch gut. Das gilt auch für den Vergleich zwischen diversen Lyra-Tonabnehmerprziosen, den Thomas Fast sehr launig und unterhaltsam zelebriert. Die Wolf von Langa „Son“ hat er gut in den Griff bekommen.
Bis jetzt alles gut, keine Sensationen, ordentlich voll, gutes Wetter, passt. Die Fahrerfluchtanzeige gegen den Typ mit dem schwarzen Toyota Land Cruiser aus Remscheid, der mir heute morgen ins Auto gefahren und abgehauen ist, läuft.
Man sieht sich morgen.

Burmester

Kurzer Besuch bei Burmester in Berlin. Das Firmenmuseum wächst, es gibt einen neuen Hörraum und ich hab überraschenderweise n paar Fotos gemacht.

Aber lila is nich

Der Programmierer kann CAD. Der CEO DSPs programmieren. Manchmal habe ich ein bisschen Hoffnung.

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Als ich vor ein paar Jahren in Seoul beim Hüter des Western Electric-Grals zu Besuch war, hatte ich eine äußerst beeindruckende Begegnung mit einer digitalen Laufwerks-/Wandler-Kombi, die das verdammt großkalibrige Vinyl-Setup ziemlich alt aussehen ließ, Jene Kombi stammte vom Schweizer Hersteller CH Precision. Als dessen Deutschlandvertrieb (Nicole und Michael Hannig, Ibex Audio) vor einiger Zeit anfreagten ob ich Lust hätte, mit nach Lausanne zu kommen um den Schweizern mal in die Töpfe zu gucken, konnte ich unmöglich nein sagen.
Die Firma ist jung (2008 ging‘s los), klein (sieben Mitarbeiter), selbstbewusst (es gibt kein Gerät unter 20000 Euro). Gegenwärtig gibt‘s zwei Endstufenmodelle, einen Vorverstärker, einen D/A-Wandler, eine Phonovorstufe, einen CD/SACD-Player und ein Zusatznetzteil im Programm, weitere Geräte werden folgen. Hört sich bis dahin alles nicht besonders spektakulär an, ist es aber: Bei CH Precision wird von einem kleinen, offensichtlich extrem fähigen jungen Team entwickelt, und zwar alles ein Eigenregie. Dabei erstaunt die Bandbreite des Skillsets der Herren: Jeder kann beim anderen mitreden, notfalls einspringen oder bei der Problemlösung helfen. Und das Tätigkeitsfeld umfasst analoges wie digitales Schaltungsdesign, DSP-, Mikrocontroller-, FPGA-Programmierung und (Android-) App-Development. Beeindruckend.
Das Ergebnis sind komplexe, aufwändige und komfortable Geräte, die in einer dünn besetzten Liga anzusiedeln sind. Die klanglichen Eindrücke aus dem hauseigenen Showroom waren sehr überzeugend – sofern man das in einer komplett unbekannten Umgebung überhaupt sagen kann. Die Phonovorstufe P1 ist bereits auf dem Weg nach Duisburg, darüber wird‘s zu Beginn des Jahres in der LP zu lesen geben.
Ein paar Worte zu den folgenden Bildern. Ich bitte um Nachsicht für die Mengen von durch die Scheibe fotografierte Schweizer Alpenromantik (alles da, nur keine lila Kuh). Der erste Teil zeigt Entwicklung und Montage der Geräte in einem eher unspektakulären Gewerbepark in Lausanne, der zweite die Gehäusefertigung in Le Locle unmittelbar vor der französischen Grenze, im Herzen der Schweizer Uhrenindustrie. Wenn‘s Fragen gibt – immer her damit.

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Westdeutsche HiFi-Tage 2016

wdht16_000Weiter geht’s im lustigen Reigen der HiFi-Herbstveranstaltungen. Am letzten Wochenende lud HiFi Linzbach wieder ins Bad Godesberger Maritim, wo es in bewährter Manier auf in diesem Jahr drei Stockwerken alles Mögliche zu hören und zu sehen gab.
Ich hab eine ganze Reihe spannender Dinge gefunden, von denen es sicherlich so einige demnächst in die „LP“ schaffen werden. Die Musik war, wie üblich, in 95 Prozent aller Fälle zum Davonlaufen, ein paar Vorführende haben mir diesbezüglich dankenswerterweise den Allerwertesten gerettet. Allen voran wie immer Reed-Statthalter Andrejs Staltmanis, der wieder einmal großartiges Zeug ausgegraben hatte. Mein bersönlicher Favorit: Die Albumversion von „Love Is Like Oxygen“ von Sweet aus dem Jahre 1978 – das geht unfassbar gut mit einem gescheiten Setup.
Und außerdem sollten Sie unbedingt mal nach dem allerersten Scorpions-Album „Lonesome Crow“ von 1972 Ausschau halten, das gehört nämlich in jede ernstzunehmende Plattensammlung, wie ich lernen durfte.
Und Bilder gibt’s auch.