Kurz reingehört …

Shorty titel… haben wir dieses Mal in Blue Planet Acoustics Shorty 2, im Bild innen neben der Spirit 6 aus KLANG+TON 1/2010. Genau wie diese ist die Shorty 2 mit dem mit 38 Euro preislich hochattraktiven Omnes Audio-Tiefmitteltöner MW 6W bestückt, den wir nur eine Ausgabe zuvor ausführlich getestet haben. An seiner Seite steht die mit nicht mal 10 Euro ebenfalls äußerst preiswerte Gewebekalotte T2.01. Damit ist die Richtung klar: die Shorty 2 ist ein extrem preisgünstiger Bausatz für Ein- und Aufsteiger, der trotz der einfachen Bauweise und des Gesamtpreises von 55 Euro pro Box für alles außer Holz (in diesem Fall übrigens auf Gehrung gesägte, folierte Spanplatte) einen exzellenten Gegenwert bietet.

Shorty profilDie Shorty 2 ist mit 24 x 37 x 30 cm (B x H x T) äußerst stimmig dimensioniert und findet auch im offiziell verpönten, aber in der Praxis doch oft als Boxenständer genutztes Regal ein passendes Plätzchen. Die Reflexöffnung auf der Rückseite sollte einige Zentimeter Luft zur Rückwand behalten um keine Atemnot zu bekommen, ansonsten bleibt die Box nicht zuletzt dank der problemlosen Abstrahlcharakteristik ein Schallwandler der Marke „bauen-hinstellen-anschließen-spielt“. Natürlich hat das gesunde Innenvolumen von über 15 Litern auch seinen Sinn. Dass der MW 6W sein Handwerk im Tiefton beherrscht bewies er schon in der Spirit 6, mit genug Luft im Rücken sollte also auch die Shorty 2 im Tiefton kräftig und straff durchziehen.

Shorty hintenFür die Hörprobe stand mit der Spirit 6 ein interessanter Gegner zum Quercheck bereit. Die hat mit dem zweiten Bass und dem besseren Hochtöner natürlich schon vor dem Start des Rennens gewonnen, nichtsdestotrotz schlägt sich die Shorty 2 angesichts eines guten Drittels des Preises exzellent. Die neuen Omnes Audio-Tiefmitteltöner „engineered in Germany“ sind ihr Geld wirklich wert: erstaunlich tief und knackig im Bass, im Mittelton prägnant und spritzig, erfüllt der weiße Siebzehner seine Aufgabe mit purer Spielfreude.

Vergleich Shorty SpiritDer Hochtöner ergänzt das Geschehen dezent (bei Bedarf den Vorwiderstand verkleinern) aber präzise und rundet das Klangbild nach oben sanft ab, was für den angepeilten Einsatzzweck sicherlich die bessere, weil im Zweifel klanglich angenehmere Wahl ist. Gegen die Keramikkalotte hat die Gewebekuppel natürlich keine Chance, aber auch das war schon im Vorfeld klar. Was aber insbesondere auffällt ist die enorme Neutralität, mit der diese Box ans Werk geht. Da passt alles auf den Punkt, selbst mit fiesen Stücken lässt sich dieser Preiskracher keinerlei tonale Schwächen nachweisen.

Shorty 2 Fg_ImpFrequenzgang an 2,83 V unter 0, 15, 30 und 45 Grad und Impedanz. Die Shorty 2 misst sich sehr linear mit überraschend tiefreichendem Bass. Die leichte Unruhe um 4 kHz stammt von der Gehäusekante unt verschwindet unter Winkel ohne weiteres Zutun. Die Empfindlichkeit ist für eine 8-Ohm-Box mit 86 dB an 2,83V hoch, das Ausschwingverhalten ist sauber und der Klirr niedrig. Angesichts des niedrigen Preises für den Bausatz gerade als vollwertiger Ersatz für Beipack-Plastikboxen der heimischen Minianlage ein echter Tipp!

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