Es ist vollbracht!

01_aufmacherDas Nostalgieradio – es ist endlich fertig! Lang, lang hat’s gedauert, dabei ging’s am Ende doch einfacher als gedacht. Bei den eingehenden Untersuchungen zeigte sich nämlich, dass die Modifikation auf zwei Optionen hinausläuft: Totalumbau oder „rein-damit-und-fertig!“. Ersteres stellte sich als äußerst kompliziert heraus und hätte mehr oder weniger einen vollständigen Neuaufbau des Radios nach sich gezogen – irgendwie nicht im Sinne der ganzen Aktion. Also doch die einfache Variante. Diese beschränkt sich auf den Tausch des eher minderwertigen Lautsprechers gegen ein gescheites Exemplar. Dass dieses angesichts des niedrigen Kaufbetrags für das Radio nicht allzu teuer sein sollte ist klar. Die Wahl fiel auf den FR 10 von Visaton, der mit gut 12 Euro in der Liste steht. Das Original musste inzwischen dran glauben und dank hochglänzender Staubschutzkappe für das Aufmacherfoto herhalten – dafür reicht’s noch…

05_chassisvergleich-seiteDass der Haaner dem ursprünglich verbauten Lautsprecher mit der Aufschrift „Weizhi / 8 Ohm / 2 Watt“ überlegen ist, wird schon allein durch den direkten Größenvergleich – man achte unter Anderem auf den Antrieb – recht anschaulich deutlich. Dafür ist dessen Gesamtgröße recht ordentlich, so dass der Visaton in Sachen Korbmaße ohne Probleme an den originalen Einbauplatz passt. Auch die Hubfähigkeit spielt in einer anderen Liga, so dass zusammen mit der gescheiten Gesamtgüte ein deutlich nach unten erweiteter Tiefton zu erwarten ist.

06_einbauplatzDer Einbauplatz für das Chassis wird nach dem Abschrauben der Rückwand durch das Lösen der vier Muttern, die den Lautsprecher gegen die Front pressen, freigegeben. Dass das Chassis nicht vollflächig durch den groben Stoff spielt, sondern sich mit insgesamt fünf Öffnungen zufrieden geben muss, ist ein notwendiges Übel. Meine Versuche, die im Bild zu sehende MDF-Platte zu kürzen oder gar zu entfernen scheiterten daran, dass der Stoff vollflächig mit ihr verklebt ist. Daher entschied ich mich an dieser Stelle dafür, das Chassis schlicht und ergreifend zu ersetzen.

07_radio-mit-neuem-chassisDas Umlöten der Anschlusskabel ist in einer Minute erledigt, dann wird das neue Chassis einfach aufgesetzt. Dank der Langlöcher im Korb des FR 10 passen die herausstehenden Schrauben perfekt. Diese sind übrigens nicht gekontert, so dass das Aufsetzen der Muttern etwas fummelig ist. Haben selbige aber einmal gepackt müssen sie nur noch festgezogen werden. Fürs gute Gewissen und einen trockeneren Grund- und Mittelton kommt vor dem Verschließen noch eine halbe Matte Dämmwolle ins Gehäuse – sicher ist sicher. Je nach Aufstellung kann diese den Schalldurchtritt der gelochten Rückwand dann doch zu sehr vereiteln, in meiner Küche passt’s allerdings perfekt.

08_radio-fertigDass sich klanglich so einiges tut, muss ich wohl kaum erwähnen. Das frisch erstarkte Nostalgieradio hat nach wie vor eine sehr breitbandige, offene Note, tönt dabei aber wesentlich erwachsener. Bass und Höhen kommen intensiver und lockerer rüber, die Tonalität gewinnt ob der schwierigen Einbaulage deutlich an Neutralität. Diesen Zehner in das Radio zu investieren lohnt sich daher zweifellos. Wer in seiner Küche noch einen nostalgischen Touch vermisst und sich mit einem Tivoli preislich nicht anfreunden kann, der sollte mal einen Blick in Richtung Nostalgieradio Marke K+T werfen.

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