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Bergkamener Hörtest 2018

Nachlässig, Herr Barske. Sehr nachlässig. Wenigstens ein paar Zeilen hättest du die hier schon über den diesjährigen Bergkamener Hörtest abnötigen können, nachdem’s sogar Klang + Ton-Leser schon mitbekommen haben.
Also gut, kurz bevor’s zum ETF nach Frankreich geht noch ein paar Worte über Ausgabe… sechs(?) des wie immer von Axel, Freunden und Familie höchst liebevoll organisierten Anderthalt-Tage-Schraubertreffs im Osten des Ruhrgebiets.
In diesem Jahr – das war glaube ich am ersten Septemberwochenende und noch ernsthaft warm – ist das Event eine Straßenecke weiter ins benachbarte Gemeindezentrum gezogen, was der Sache eindeutig genütztehat. Dort gibt’s drei vorführtaugliche Räume und eine Option auf mehr – mal sehen, was da im nächsten Jahr noch zusätzlich geht.
Rund 30 Selbstschrauber schleppten allerlei spannendes Zeugs ins Gemäuser, dieses Mal gab’s lautsprecherseitig ein klares Schwergewich bei JBL 4425-Klonen.
Wir – also Kollege Schmidt und ich – haben auf die Schnelle noch ein Lautsprechersystem aus unseren seit vielen Jahren vorhandenen Onken-Bassgehäusen mit P Audio-JBL 2226-Nachbauten und in gewölbter offener Schallwand betriebenen Isophon-Koaxen vom Typ PH2132E (was übrigens ein ganz ausgezeichneter Treiber ist) zusammengedübelt, das Ergebnis war erstaunlich erfreulich. Ich würde das durchaus mit nach Frankreich schleppen wollen, aber dafür reicht der Platz im Bus nicht.
Lautsprechermäßig darben müssen wir dort aber vermutlich auch nicht, unser gerade in Entwicklung befindliches Facebook-only-Projekt ist auf einem guten Weg.
Bergkamen jedenfalls ist auch fürs nächste Jahr gesetzt, vielleicht haben dank der neuen Location mal ein paar Leute mehr die Chance auf eine Teilnahme. Einstweilen möchte ich mich für die äußerst gelungene Organisation und den überaus freundlichen Familienanschluss bedanken, den die Übernachtungsgäste genießen durften. Große Klasse!

Ach ja – Bilder: hier oder wie immer per Klick auf eins der Fotos oben.

Analog Forum 2018

Beim Tippen des Titels verspüre ich immer noch körperliche Schmerzen (wegen der Getrenntschreibung von „Analog“ und „Forum“), ansonsten aber habe ich mich bei den diesjährigen Krefelder Szenefestspielen ausgesprochen wohlgefühlt.

Krefeld – das ist ganz eindeutig der kuscheligste Termin im Jahr. Wohl auch der mit den wenigsten Besuchern, aber das werte ich hier eher als Vorteil denn als Problem: Hier kommt die Zielgruppe hin, und sonst keiner. Geht in Ordnung für mich.

Hier geht’s eine Runde weniger kommerzorientiert und professionell zur Sache als bei den anderen Veranstaltungen im Lande, und das ist toll so: Sogar viele Aussteller machen den Eindruck als ob sie sich glaubhaft freuen würden, ihre Mitbewerber hier zu treffen.

Highlights? Klar, Jede Menge. Zum Einen natürlich der Klang + Ton-Cheap Trick Nummer 300, das SpecHorn  von Wolfgang Vollstädt, das in den Räumen des Analog-Anarchos Andrejs Staltmanis in Verbund mit den gewaltigen GK71-Monos von Arkadi Dolinski für Staunen ob des zu treibenden Aufwandes sorgte: 70 Euro pro Seite für den Treiber und ein paar Quadratmeter Spanplatte, schon fliegt die Kuh.

Oder Thomas Schicks wunderbarer umgebauter 80er-Jahre-Sony-Dreher ohne Plattenteller, von dem außer dem Antrieb zugegebenermaßen nicht mehr viel übriggeblieben ist.

Alles sehr spannend und erfrischend anders.Was nicht heißt, dass ich mich nicht auch über die engagierten Messeauftritte von z. B. Thorens und Elac sehr gefreut habe.

Alles großartig – obwohl am gleichen Wochenende noch zwei andere HiFi-Veranstaltungen im Lande stattfanden. Sollen se ma machen – ich komme mit Sicherheit auch weiterhin ins Mercure, wenn die AAA ruft.

Fotos. Ja, hab ich gemacht. gibt’s hier oder beim Klick auf eines der Bilder oben. Ab jetzt auf einem Pro-Account bei flickr gehostet, also auch für Besucher komplett werbefrei. Gefällt mir zwar nicht (kostet ab sofort Geld), aber sonst hätte ich nur noch 1000 Fotos dort „lagern“ dürfen. Was ja bekanntermaßen mal gar nichts ist .

Westdeutsche HiFi-Tage 2018

Der Moment ist gekommen: Sättigung ist eingetreten. In Anbetracht der ausufernden HiFi-Messelandschaft in unseren Gefilden scheint die Grenze des Sinnvollen erreicht. Erste Indizien waren am vergangenen Wochenende unverkennbar: Bonn hat Federn gelassen. Sowohl was die Anzahl der Aussteller angeht, als auch bei den Besucherzahlen. Wobei es interessanterweise am Sonntag merklich voller war als am Samstag.
Die Show an sich funktioniert. Das altehrwürdige Hotel Maritim im ehemals bedeutungsschwangeren Bad Godesberg wurde zwar ein bisschen renoviert, an der Vielzahl eigentlich zu kleiner Ausstellungsräume und mit sinnvollem Aufwand einfach nicht in den Griff zubekommenden akustischen Super-GAUs hat das aber nichts geändert. Das kennen wir seit Jahren, ist auch irgendwie nicht so schlimm. Das ausgebliebene Besucherchaos hatte durchaus seine Vorteile: Die Aussteller freuten sich über die Möglichkeit, die Anwesenden intensiver zu betreuen, die Besucher ächzen nicht wegen Atem- und Sitzplatznot, und der fotografierende HiFi-Redakteur hatte Platz zum Knipsen und die Möglichkeit, dem Einen oder anderen weniger hektisch als sonst ein Gespräch aufzunötigen. Fand ich gut.
Abseits aller systematischen Bedenken gab’s natürlich jede Menge zu Hören und zu sehen. Ein paar echte Neuheiten waren dabei, traditionell sind die lokalen Messen (also alle außer der High End in München) aber eher mit Bewährtem bestückt. Erfreulicherweise gab’s einige ziemlich gut klingende Vorführungen, so dass einem entspannten Messerundgang nichts im Wege stand.

Ja, klar, Bilder. Gibt’s hier.

Frickelfest 2018 fällt aus

Der Eine oder andere wird’s schon mitbekommen haben: In diesem Jahr muss das Frickelfest leider entfallen.
Unsere langjährige Heimat, das Kloster in Hedersleben hat uns leider kurz vor Toresschluss neue Bedingungen diktieren wollen, die komplett inakzeptabel waren. Die Suche nach einer neuen adäquaten Bleibe für dieses Jahr war ob der Kürze der Zeit erfolglos, fürs nächste und die kommenden Jahre gibt’s ein paar interessante Optionen, um die wir uns kurzfristig kümmern werden.

Tut mir leid für alle, die auf eine Teilnahme in diesem Jahr gehofft hatten.

Suesskind Audio

Wir erinnern uns: Das aktuelle Projekt von Lautsprecher- und Elektronikkünstler Joachim Gerhard heißt Suesskind Audio. Nicht so ausladend angelegt wie seine beiden Firmengründungen zuvor, aber dafür zu 100 Prozent Joachim.
Suesskid Audio hat jetzt auch einen richtigen Firmensitz (ein hübsches Ladenloakal in einer Einkaufspassage in Downtown Brilon), und da war ich am vergangenen Freitag mal: Joachim hatte nämlich zu einem Tag der offenen Tür geladen. Es galt ein paar nicht mehr benörtigte Dinge unters Volk zu bringen und ein paar Sachen zu demonstrieren.
Tja – was soll ich sagen? Die Demo unter akustisch sicher nicht optimalen Voraussetzungen hat mich ziemlich vom Stuhl gehauen. Joachim hat nämlich ein frühes Entwicklungsmuster eines Dreiwegelautsprechers präsentiert, der irgendwann mal unter Frans de Wits (ja, der Holländer mit der Wahnwitz-Endstufe) Ägide auf den Markt kommen soll. Für viel Geld natürlich – was man dem Prototypen zugegebenermaßen noch nicht so richtig ansieht. Angetrieben von einem „refurbishten“ Luxman-Vollverstärker, beschickt mit Digitaldaten des Streaming-Dienstes Tidal hat das System eine Bühne, Druck, Tiefgang und Dynamik abgeliefert, wie ich es selten erlebt habe.
Wie’s mit dem System weitergeht werde ich höchst aufmerksam verfolgen.
Und sonst? Das sehen Sie am besten selbst, dafür hab‘ ich ein paar Fotos gemacht.

Frickelfest Light 2018

Ja, genau, dieses „kleine Frickelfest“, dass wir jedes Jahr im Winter veranstalten, um die Wartezeit auf die große Veranstaltung im Frühling nicht so lang werden zu lassen, das war am letzten Wochenende.

Das ist jetzt keine so beliebig ausufernde Veranstaltung, wir treffen uns am Samstagmittag in den Räumlichlichkeiten meines Arbeitgebers, spätestens 24 Stunden danach sind alle Beteiligten wieder auf dem Heinweg. Um die Sache ein wenig „anzufüttern“, stellen wir die Veranstaltung manchmal unter ein Motto, an dem man sich entlangbasteln darf, wenn man die Lust dazu verspürt. In diesem Jahr war’s, auch wenn’s erst einmal nur bedingt originell klingt, Visatons Universalachtzöller BG 20. Und wie immer war ich total überrascht, was die Leute aus der Vorgabe „muss ab 100 Hertz laufen, darunter stellen wir einen Mono-Sub dazu“ gemacht haben.

Da gab’s diesen großartigen Rundumstrahler, bei dem der nach unten ins Gehäuse gerichtete BG 20 um vier Konushochtöner ergänzt wurde, was ganz ausgezeichnet spielte. Oder den Koax-Umbau, bei dem ein winziger AMT auf dem Polkern des BG 20 platznehmen durfte, der abgetrennte Schwirrkonus des Breitbänders mutierte zum Horn – klasse. Oder die in einem Vintage-Gehäuse hinter einem Metallgitter steckende Koax-plus-Passivmembran-Lösung des wie immer sehr engagierten Frank Schröder, die großartig spielte.
zu meiner Schande muss ichgestehen, dass ich aus mir nicht so ganz erklärlichen Gründen noch nicht mal alle Konstruktionen fotografiert habe, so dass die eine Konstruktion mit selbstgebautem Riesenbändchen und der einzige Teilnehmer mit zwei BG 20 pro Seite in der Fotostrecke leider nicht zu sehen sind.

Klasse war’s, ich danke allen Teilnehmern herzlich!