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Mal eben

Iss ja nix Neues. Vorhaben, die „mal eben“ über die Bühne gehen sollen, scheitern grundsätzlich. Wie auch die Installation eines Plattenspielers auf dem „Promi-Parkplatz“ in der Anlage. Ich hab‘ ne Weile gebraucht, um eine brauchbare DC-Versorgung für meinen schwer umgebauten Yamaha GT 750 aufzutreiben, jetzt tut der Antrieb aber.
Dank des kernigen 36-cm-Tellers ist bei der Armauswahl etwas Sorgfalt angebracht, in der Vergangenheit lief mein zwölfzölliger Reed 3p – natürlich – zur vollsten Zufriedenheit (siehe Frickelfest 2012). Da immer das Gleiche aber langweilig ist und ich schon immer mal einen optisch besser passenden, weil noch längeren Arm montieren wollte, habe ich die schon vor Ewigkeiten gebaute Basis für einen Clearaudio Unify 14″ montiert und den Arm installiert. Töne abnehmen tut die letzte Inkarnation einer „Baikal-Rakete“, die beim letzten ETF in Dänemark schon mächtig Laune gemacht hat. Das Resultat zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist ein lauter Brumm auf beiden Kanälen, und das an drei verschiedenen Phonovorstufen.
Ziehe ich einen Kanal vom Phonovorstufeneingang ab, herrscht schlagartig paradiesische Ruhe. Funktioniert perfekt mit beiden Kanälen.

Brummschleife wegen Masseschluss über beide Kanäle?
Mal sehen. Ich werde berichten.

Verkupfert

Man muss aufpassen. Wie der sprichwörtliche Schießhund. Klar, das ist nicht neu, aber die Ausprägungen der Betrugsversuche nehmen immer gewieftere Züge an. Das hier ist im Prinzip nichts Neues und schon seit Jahren Gang und Gäbe, ich bin aber erst kürzlich damit konfrontiert worden, deshalb: Augen auf beim Drähtekauf.
Nicht alles, was als „Kupfer“ tituliert wird, ist nämlich auch welches. Im Kleingedruckten steht nämlich gerne mal was von „CCA-Kupfer“. CCA steht für „Copper Clad Aluminum“, was nichts anderes ist als kupferummanteles Aluminium. Das gab’s aus Kostengründen damals in der DDR schon mal und ist vor einiger Zeit von einer ganzen Reihe Hersteller – vorzugsweise aus dem Reich der Mitte – wiederentdeckt worden.
Nein, wir wollen das nicht als Leiter. Das Zeug leitet deutlich schlechter als Kupfer, ist starrer, brüchiger und die gerne mal propagierte Pseudo-Legitimation, dass bei hohen Frequenzen der Strom eh nur an der Leiteroberfläche fließt (Skin-Effekt) ist schlicht Blödsinn: Wenn ich einen Hohlleiter bauen will, dann nehme ich geeignetere Kerne als solche aus Alu (Teflon wäre das Mittel der Wahl).
CCA-Leiter lassen sich am geringen Gewicht und an ihren silbriggläzenden Schnittkanten dingfest machen. Und wenn sich ein abisolierter Draht ums Verrecken nicht löten lassen will, dann wissen Sie jetzt auch warum. Mir ist bis jetzt noch kein HiFi-Strippenzieher begegnet, der das Zeug als Feature verkauft, aber lange kann’s eigentlich nicht mehr dauern.
Lassen Sie sich nichts erzählen:

Hände weg von dem Schrott!

Abschiedsschmerz

Mist. Man kann sich ja doch dran gewöhnen, an einen Plattenspieler vom Kaliber des TechDAS Air Force III. Klar bin ich dankbar dafür, dass ich fast ein Jahr damit leben durfte, es dürften aber gerne noch ein paar mehr sein.
Jedenfalls verlässt mich das gute Stück Anfang kommender Woche zumindest temporär, weil ein Kollege auch mal damit spielen möchte – kann man ihm nicht verdenken.
Die Lücke auf dem Servierwagen zu füllen wird nicht ganz leicht, aber ich hab da eine Idee: Nicht so mondän wie der AF3, aber mindestens ebenso speziell. Ich gebe Bescheid, wenn’s brauchbare Töne von sich gibt.

In eigener Sache

So wie bisher geht’s hier nicht weiter. Eine Seite mit Ladezeiten in der Gegend von 30 Sekunden braucht kein Mensch. Bei meinen Nachforschungen zur Ursache des Problems stellte sich heraus, dass das Problem „ganz vorne“ steckt. Sprich: Bis überhaupt das allererste Byte der Seite geladen ist, liegt das Kind schon im Brunnen. Sie sogenannte „TTFB“, also „Time To First Byte“ beträgt gerne mal 27 Sekunden und noch darüber. Der eigentliche Ladevorgang bedarf zwar noch einiger Optimierungen, ist aber in durchaus erträglicher Zeit erledigt.
Die Ursache für das Phänomen steckt irgendwo tief im hier eigesetzten „Theme“ verborgen, das ist die grafische Oberfläche für das Seitengerüst.
Das Problem ganz konkret festzumachen und auszumerzen übersteigt meine Fähigkeiten, also muss es der Holzhammer richten: Ich hab das Ganze auf eine erheblich schlichtere Oberfläche umgestellt. Die macht zwar bei Weitem nicht so viel her, funktioniert aber offensichtlich wesentlich besser. Bis das mal so aussieht wie es mir vorschwebt wird wohl noch ein bisschen Zeit vergehen, aber das sehen Sie mir bestimmt nach.
Einstweilen erfreuen wir uns am besten alle daran, dass man sich nach dem Aufruf dieser Seite mit dem Kaffeholen beeilen darf :-).

Phono aus dem Sauerland

Mal wieder was von Jürgen Hensler aus Brilon. Hatten wir vor Jahren schon mal und hüben wie drüben begeistern Jürgens Aufbauten durch ihre handwerkliche Präzision. Diemal hat er eine MM-Röhrenphono gebaut, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Zitat:

Phono MM RIAA – schon wieder mit Röhren ohne Platinen.

Netzteil: EZ 80 Gleichrichter, LCR Siebung mit Shuntwiderstand -keine Regler
Erst Mono,dann über 2x 70 Hy Stereo- Anodenspannung.
Impulsleistung der Siemens Kondensatoren bei I Nenn. : 8 KW pro Kanal ohne die MP´s
Halbleiter , nur 4 Schottky Dioden für die Heizspannung.
Die Massen sind komplett Sternförmig ebenso die + UB. Und Ruhe herrscht !

Eingangwiderstand : 47 K Ohm / 16pf

Ausgang : Ri = 265 Ohm max. 50 Volt eff. / 20 Hz

Bilder dazu:


Home Story V

Ich stelle mal noch ein paar RT60-Messungen ein. Zuerst fünf Messungen aus meinem Wohnzimmer mit variierender Mikrofonposition. Wenn ich rausgekriegt habe, wie ich REW dazu überrede, fünf Messungen zu mitteln, gibt’s auch wieder nur eine Kurve:

Zum Vergleich mal fünf Messungen aus unserem Verlagshörraum, den ich akustisch sehr schätze. Ich hab einen ähnlich basstauglichen Lautsprecher wie meine JBL benutzt, nämlich eine Gauder Berlina RC8:

Sehr interessant. Im Bass herrschen offensichtlich in beiden Situationen durchaus ähnliche Verhältnisse, die „professionelle“ Umgebung zeigt zu höheren Frequenzen aber ganz deutlich das Verhalten, was mein eigentlich erwarten würde: eine schön konstant fallende Nachhallzeit. 0,2 Sekunden bei hohen Frequenzen sind schon ziemlich wenig, auf ein wenig mehr Nachhall würde ich mich durchaus einlassen.
Die Situation beweist aber eindeutig, dass das System „gute Raumakustik durch jede Menge Krempel“ beeindruckend gut funktioniert. Das allerdings will ich zuhause nicht, aus dem Alter bin ich raus.
Das muss etwas hübscher und effektiver gehen. Zeit ein paar Elemente zu bauen und Probemessungen zu machen.

Home Story IV

Endlich. Endlich bin ich mal dazu gekommen, wenigstens mit der messtechnischen Ermittlung meines raumakustischen Ist-Zustandes anzufangen. Auch wenn’s noch nicht weiter wichtig ist, den akustischen Output lieferten natürlich „die Dicken“ (das Foto ist nicht mehr ganz aktuell).

Gemessen hab ich mit dem ziemlich brauchbaren Umsonst-Tool „Room EQ Wizard„, kurz REW. Pegelverhältnisse interessieren beim gegenwärtigen Stand der Dinge noch nicht (die kann man eh per Equalizing in den Griff bekommen, und die Vierwege-Aktivweiche mit Bass-EQ wächst), wichtig sind mit einstweilen nur Nachhallzeiten. Und die sehen am Hörplatz so aus (RT60-Messung):

Das ist nicht so schlecht und, ganz wichtig, im Bass relativ „freundlich“. Mit den rund 0,5 Sekunden unten herum bin ich zufrieden, ab 250 Hertz geht’s bergauf – aber nicht soviel, wie ich befürchtet hatte. Das bekommt man mit raumakustischen Maßnahmen in den Griff. Die 150 Hertz-Unregelmäßigkeit verschwindet, wenn man ein bisschen mit der Mikrofonposition spielt.
Und ja, dass mit dem rechten Lautsprecher des HiFi-Setups zu messen ist natürlich nicht korrekt – dafür braucht’s eigentlich einen diffus strahlenden Rundum-Wandler. Hat Kollege Voigt mal gebaut, leihe ich mir die Tage.