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Home Story V

Ich stelle mal noch ein paar RT60-Messungen ein. Zuerst fünf Messungen aus meinem Wohnzimmer mit variierender Mikrofonposition. Wenn ich rausgekriegt habe, wie ich REW dazu überrede, fünf Messungen zu mitteln, gibt’s auch wieder nur eine Kurve:

Zum Vergleich mal fünf Messungen aus unserem Verlagshörraum, den ich akustisch sehr schätze. Ich hab einen ähnlich basstauglichen Lautsprecher wie meine JBL benutzt, nämlich eine Gauder Berlina RC8:

Sehr interessant. Im Bass herrschen offensichtlich in beiden Situationen durchaus ähnliche Verhältnisse, die „professionelle“ Umgebung zeigt zu höheren Frequenzen aber ganz deutlich das Verhalten, was mein eigentlich erwarten würde: eine schön konstant fallende Nachhallzeit. 0,2 Sekunden bei hohen Frequenzen sind schon ziemlich wenig, auf ein wenig mehr Nachhall würde ich mich durchaus einlassen.
Die Situation beweist aber eindeutig, dass das System „gute Raumakustik durch jede Menge Krempel“ beeindruckend gut funktioniert. Das allerdings will ich zuhause nicht, aus dem Alter bin ich raus.
Das muss etwas hübscher und effektiver gehen. Zeit ein paar Elemente zu bauen und Probemessungen zu machen.

Home Story IV

Endlich. Endlich bin ich mal dazu gekommen, wenigstens mit der messtechnischen Ermittlung meines raumakustischen Ist-Zustandes anzufangen. Auch wenn’s noch nicht weiter wichtig ist, den akustischen Output lieferten natürlich „die Dicken“ (das Foto ist nicht mehr ganz aktuell).

Gemessen hab ich mit dem ziemlich brauchbaren Umsonst-Tool „Room EQ Wizard„, kurz REW. Pegelverhältnisse interessieren beim gegenwärtigen Stand der Dinge noch nicht (die kann man eh per Equalizing in den Griff bekommen, und die Vierwege-Aktivweiche mit Bass-EQ wächst), wichtig sind mit einstweilen nur Nachhallzeiten. Und die sehen am Hörplatz so aus (RT60-Messung):

Das ist nicht so schlecht und, ganz wichtig, im Bass relativ „freundlich“. Mit den rund 0,5 Sekunden unten herum bin ich zufrieden, ab 250 Hertz geht’s bergauf – aber nicht soviel, wie ich befürchtet hatte. Das bekommt man mit raumakustischen Maßnahmen in den Griff. Die 150 Hertz-Unregelmäßigkeit verschwindet, wenn man ein bisschen mit der Mikrofonposition spielt.
Und ja, dass mit dem rechten Lautsprecher des HiFi-Setups zu messen ist natürlich nicht korrekt – dafür braucht’s eigentlich einen diffus strahlenden Rundum-Wandler. Hat Kollege Voigt mal gebaut, leihe ich mir die Tage.

Cave men

Das letzte Wochenende habe ich in Leipzig verbracht. Silvercore-Eigner Christof Kraus hatte zum gemeinsamen Basteln, Musikhören und Spaß haben geladen – dem Aufruf bin ich zusammen mit acht anderen themenaffinen Leuten gerne gefolgt. Christof hat sich ein wirklich erlebenswertes Refugium zum Ausleben seiner Ambitionen in Sachen Musikwiedergabe geschaffen, es steht nicht umsonst „man cave“ an der Tür.

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Und so wurden neun nicht mehr ganz kleine Jungs zweieinhalb Tage lang zu großen Spielkindern, frönten ungehemmt ihrer Leidenschaft für laute Lautsprecher mit Druckkammertreibern und Hörnern, stöpselten fleißig Röhren um, erweckten ein wahres Plattenspielermonument mit Luftlager per (viel zu lautem und überdimensioniertem) Kompressor zum Leben, diskutierten über das Für und Wider von Blechhörnern (wenn denn schon mal eine hervorragende Western Electric 16A-Kopie da hängt) und hatten alles in allem außerordentlich viel Spaß.
Ich habe viele spannende Dinge gesehen, gehört und gelernt; das eine oder andere wird sicherlich Folgen haben, die sich zumindest in der Klang + Ton niederschlagen werden. Und nein, das wird nichts mit 17er Bässen und 25er Kalotten zu tun haben ;-).
Vielen Dank an Christof für die Einladung, meine lieben Grüße auch an die werte Gattin – ihr wart perfekte Gastgeber. Ich komme gerne wieder.

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Bilder davon gibt’s natürlich auch.
Und als nächstes erzähle ich endlich was vom diesjährigen ETF und meinem dazugehörigen Boxenprojekt, dass es übrigens dann doch in die neue Klang + Ton geschafft hat.

Späne

Das European Triode Festival (ETF) steht vor der Tür. Bis nächsten Mittwoch muss ich noch das angedachte Lautsprecherprojekt durchziehen.

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Heute Morgen zwei 25er Buchenmultiplexplatten vom Holzgroßisten geholt – man gönnt sich ja sonst nichts – und erst einmal festgestellt, dass eine solche Platte von 2,50 x 1,50 m nicht ohne Risiko für Leib und Leben über die Kellertreppe in unsere Werkstatt zu schaffen ist. Also musste das Zerlegen des Materials zumindest teilweise draußen stattfinden. Dem Wetter und meiner neuesten Investition bei Festool sei Dank – kein Problem.
Der Lautsprecher, der dabei rauskommen soll, wird hoffentlich so aussehen:

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Das ist das legendäre Mini-Onken-Gehäuse von Focal, ich hab noch ein Paar NOS-10C01 dafür. Obendrauf kommt ein dicker AMT im Waveguide, die „Flügel“ links und rechts sind Schallwandverbreiterung.
Die Zuschnitte sind alle erledigt, die TS-75 hat überhaupt keine Probleme mit dem dicken Buchenzeugs, für heute muss das reichen.

Analogforum 2016 – Sonntägliches

So. Geschafft. Das Analogforum 2016 und ich sind erledigt. Ein paar Dinge sind mir am heutigen Tag – ich hatte übrigens den Eindruck, dass es voller war als am Samstag – hängengeblieben. Wirklich sehr gut geklungen hat’s bei input Audio – Bernd Hömke hat die Bude mit Audible Illusions, Croft, Neat Acoustics und Harbeth echt gerockt. Bemerkenswert war’s auch beim High Fidelity Stduio aus Augsburg, wo ein klassischer 18cm-Koax von Seas in enem kompakten Gehäuse sehr ernste Töne produzierte. In der Riege der fähigen Vorführer endgültig angekommen ist Benjamin Meyer zur Capellen, der nicht nur wirksame Raumakustikelemente unter dem Label BMzC fertigt, sondern echt ernstes Zeug in der Plattenkiste hat.

Analogforum – der Samstag

Ausnahmsweise bin ich am Samstagabend während des Analogforums mal nicht damit beschäftigt, irgendwelches Zeug (in Zimmern mit meist sehr lauter Musik) in mich hineinzuschütten. Eigentlich schade, aber in diesem Jahr mal nicht. Dafür gibt’s schon eine Lage fertiger Fotos von der Veranstaltung. Meine Highlights bis jetzt: Der gute Tom legt klasse Musik bei Sperling / Silberstatic auf, da klingt’s auch gut. Das gilt auch für den Vergleich zwischen diversen Lyra-Tonabnehmerprziosen, den Thomas Fast sehr launig und unterhaltsam zelebriert. Die Wolf von Langa „Son“ hat er gut in den Griff bekommen.
Bis jetzt alles gut, keine Sensationen, ordentlich voll, gutes Wetter, passt. Die Fahrerfluchtanzeige gegen den Typ mit dem schwarzen Toyota Land Cruiser aus Remscheid, der mir heute morgen ins Auto gefahren und abgehauen ist, läuft.
Man sieht sich morgen.

Burmester

Kurzer Besuch bei Burmester in Berlin. Das Firmenmuseum wächst, es gibt einen neuen Hörraum und ich hab überraschenderweise n paar Fotos gemacht.