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Frickelfest 2018 fällt aus

Der Eine oder andere wird’s schon mitbekommen haben: In diesem Jahr muss das Frickelfest leider entfallen.
Unsere langjährige Heimat, das Kloster in Hedersleben hat uns leider kurz vor Toresschluss neue Bedingungen diktieren wollen, die komplett inakzeptabel waren. Die Suche nach einer neuen adäquaten Bleibe für dieses Jahr war ob der Kürze der Zeit erfolglos, fürs nächste und die kommenden Jahre gibt’s ein paar interessante Optionen, um die wir uns kurzfristig kümmern werden.

Tut mir leid für alle, die auf eine Teilnahme in diesem Jahr gehofft hatten.

Suesskind Audio

Wir erinnern uns: Das aktuelle Projekt von Lautsprecher- und Elektronikkünstler Joachim Gerhard heißt Suesskind Audio. Nicht so ausladend angelegt wie seine beiden Firmengründungen zuvor, aber dafür zu 100 Prozent Joachim.
Suesskid Audio hat jetzt auch einen richtigen Firmensitz (ein hübsches Ladenloakal in einer Einkaufspassage in Downtown Brilon), und da war ich am vergangenen Freitag mal: Joachim hatte nämlich zu einem Tag der offenen Tür geladen. Es galt ein paar nicht mehr benörtigte Dinge unters Volk zu bringen und ein paar Sachen zu demonstrieren.
Tja – was soll ich sagen? Die Demo unter akustisch sicher nicht optimalen Voraussetzungen hat mich ziemlich vom Stuhl gehauen. Joachim hat nämlich ein frühes Entwicklungsmuster eines Dreiwegelautsprechers präsentiert, der irgendwann mal unter Frans de Wits (ja, der Holländer mit der Wahnwitz-Endstufe) Ägide auf den Markt kommen soll. Für viel Geld natürlich – was man dem Prototypen zugegebenermaßen noch nicht so richtig ansieht. Angetrieben von einem „refurbishten“ Luxman-Vollverstärker, beschickt mit Digitaldaten des Streaming-Dienstes Tidal hat das System eine Bühne, Druck, Tiefgang und Dynamik abgeliefert, wie ich es selten erlebt habe.
Wie’s mit dem System weitergeht werde ich höchst aufmerksam verfolgen.
Und sonst? Das sehen Sie am besten selbst, dafür hab‘ ich ein paar Fotos gemacht.

Frickelfest Light 2018

Ja, genau, dieses „kleine Frickelfest“, dass wir jedes Jahr im Winter veranstalten, um die Wartezeit auf die große Veranstaltung im Frühling nicht so lang werden zu lassen, das war am letzten Wochenende.

Das ist jetzt keine so beliebig ausufernde Veranstaltung, wir treffen uns am Samstagmittag in den Räumlichlichkeiten meines Arbeitgebers, spätestens 24 Stunden danach sind alle Beteiligten wieder auf dem Heinweg. Um die Sache ein wenig „anzufüttern“, stellen wir die Veranstaltung manchmal unter ein Motto, an dem man sich entlangbasteln darf, wenn man die Lust dazu verspürt. In diesem Jahr war’s, auch wenn’s erst einmal nur bedingt originell klingt, Visatons Universalachtzöller BG 20. Und wie immer war ich total überrascht, was die Leute aus der Vorgabe „muss ab 100 Hertz laufen, darunter stellen wir einen Mono-Sub dazu“ gemacht haben.

Da gab’s diesen großartigen Rundumstrahler, bei dem der nach unten ins Gehäuse gerichtete BG 20 um vier Konushochtöner ergänzt wurde, was ganz ausgezeichnet spielte. Oder den Koax-Umbau, bei dem ein winziger AMT auf dem Polkern des BG 20 platznehmen durfte, der abgetrennte Schwirrkonus des Breitbänders mutierte zum Horn – klasse. Oder die in einem Vintage-Gehäuse hinter einem Metallgitter steckende Koax-plus-Passivmembran-Lösung des wie immer sehr engagierten Frank Schröder, die großartig spielte.
zu meiner Schande muss ichgestehen, dass ich aus mir nicht so ganz erklärlichen Gründen noch nicht mal alle Konstruktionen fotografiert habe, so dass die eine Konstruktion mit selbstgebautem Riesenbändchen und der einzige Teilnehmer mit zwei BG 20 pro Seite in der Fotostrecke leider nicht zu sehen sind.

Klasse war’s, ich danke allen Teilnehmern herzlich!

Soundbar, JBL style

Besser spät als nie: Mit gehöriger Verspätung möchte ich an dieser Stelle das großartige JBL-Projekt vorstellen, zu dem sich ein Leser dieser Seite auch durch mein 4355-Projekt hat inspirieren lassen.

Vielen Dank, Stefan, dass ich das Material hier vorstellen darf. Ich fühle mich geehrt, dass ich ein bisschen zur Realisiation dieses Monsters beitragen durfte. Die ganze Geschichte gibt’s hier oder beim Klick aufs Bild oben.

Abhängen auf hohem Niveau

Am vergangenen Wochenende war ich in Leipzig, Silvercore-Eigner Christof Kraus hatte zu einem gemütlichen Wochenende in seiner „man cave“ geladen, jenem feuchten Traum jedes HiFi-Fans, in dem ich schon vor ziemlich genau einem Jahr zu Gast sein durfte. Und genau das war’s auch: Zwei Tage des Schwelgens in meist glaskolbenbeseelten mehr oder weniger extremen Dingen, ein rundum gemütliches Beisammensein mit guten Freunden.
Mein herzlicher Dank geht abermals an Susanne und Christof – ihr seid wirklich tolle Gastgeber.

Ja, ein paar Fotos habe ich auch gemacht. Gibt’s hier. Das Titelfoto ist übrigens etwas durchaus Besonderes: eine originale Western Electric 212 und zwei Sendetriodenmonster vom Typ 450TH und 250TH laufen einem nicht alle Tage über den Weg.

ETF 2017

Am Sonntagabend sind Flo, Bernd und ich von unserer diesjährigen Reise in Dänemarks Osten zurückgekehrt und können vermelden, ein weiteres Mal großen Spaß beim European Triode Festival gehabt zu haben.
Die 2017er Ausgabe war die letzte, die das dänische Team in bravouröser Manier organisiert hat, für die nächsten drei Jahre geht’s nach Frankreich, unweit von Le Mans. Wie man an den Bildern schon ein bisschen erkennen kann, ging’s in diesem Jahr noch mehr ums Miteinander. Ein gepflegtes Schwätzchen war definitiv wichtiger als die – durchaus beeindruckende – ausgefahrene Technik, Kontaktpflege war Trumpf. Entsprechende „Pflegesprays“ gab’s zuhauf, so dass der Beginn des folgenden Tages meist ein wenig… verzögert war.
Leser der Klang+Ton-Facebook-Seite wissen, dass ich die letzten Tage und Nächte vor der Veranstaltung intensiv damit beschäftigt war, unsere neue Vorzeigebox „Todo“ rechtzeitig fertig zu bekommen, was mit knapper Not auch geklappt hat. Angetrieben haben wir das gute Stück mit einer spannenden Hybridendstufe von Flo und Bernd mit GM70 im Single-Ended-Betrieb im Ausgang, einer C3G am Eingang und einem Mosfet als Treiberstufe dazwischen. 20 Watt der zweifellos leckeren Art.
Phono- und Line-Vorstufen haben wir diverse benutzt, als Signallieferant diente „mein“ getreuer TechDAS Air Force III, und wie immer erwies sich der günstigste Tonabnehmer als der beste in solchen Situationen: Wenn’s einfach ums Musikhören geht, dann ist ein gutes MM das Mittel der Wahl. Wir haben auch ein wenig mit Bernd Hemmens Mördertonarm FCS gespielt, aber der machte uns nach kurzer Zeit leider per Defekt in der Feldspulenversorgung einen Strich durch die Rechnung.
Das große System in diesem Jahr war abermals eine internationale Kooperation. Als Lautsprecher fungierte ein Projekt von Konstrukteurslegende JC Morrison mit Volt-Bässen, großen Iwata-Hörnern und einem Holzhorn für den Hochton, an dessen Bestückung ich mich gerade nicht erinnern kann. Für die nötige Bassunterstützung sorgte gewaltig viel Membranfläche in einer Art AMT-Anordnung mit reichlich Quadratmetern als Schallwand nebendran. Die Verstärkung besorgten abermals Jeffrey Jackson und Dave Slagle, die es wiederum auf unerklärliche Weise geschafft haben, jede Menge radioaktiver Giftstoffe in Form uralter Röhren nach Europa mitzubringen. Die wohl schönsten anderthalb Watt, die ich je erleben durfte.
Die norwegische Fraktion karrte einmal mehr Großvolumiges an, diesmal machten sie auch nicht vor einem Pickup voll Basshorn halt. Das große JBL-Horn wurde von einem der brandneuen gewaltigen Celestion-Zweizöller befeuert, den habe ich im Nachgang gleich mal für die Klang + Ton geordert.
Und dann war da noch Reinout: Der Holländer war noch nie ein Freund niedlicher Verstärkerchen, in diesem Jahr hat er dann so richtig Ernst gemacht: Seine TB3/1000-Monos brauchen anderthalb Quadratmeter Standfläche. Wahnsinn.
Die beste Musik gab’s wie üblich bei Andrejs. Sein – röhrenfreies – Setup prügelte mit unserem Cheap Trick 290 los wie nichts anderes auf der Veranstaltung, die Box darf ohnehin als meist beachteter Lautsprecher bei der Veranstaltung gelten.
A propos Lautsprecher: Beim diesjährigen Shootout ging’s um Wandler mit mindestens 96 Dezibel Wirkungsgrad, die unterhalb von 300 Hertz vom Subwoofer des großen Setups unterstützt wurden. Gewonnen hat Mich Ulbrich aus Berlin mit einer offenen Schallwand mit zwei Sachsenwerk-Feldspulenbreitbändern und einem (glaube ich) JBL-Cateye in der Mitte. Ich habe nicht alle Kandidaten gehört, aber das Ding war wirklich gut. Von den Breitbändern hätte ich auch noch diverse im Regal liegen. Hmmmm…
Richtig gut wusste auch das zweifellos etwas speziell aussehende Horn von Frank Blöhbaum zu gefallen. Die Faltkonstruktion aus Kunstleder ließ alle dummen Sprecher zur Optik schnell verstummen. Ich hoffe inständig, dass Frank das Ganze zum Frickelfest zweikanalig fertig hat.

Soviel an dieser Stelle. Viel Spaß mit den Fotos. Sehr schöne Berichterstattungen gibt’s übrigens auch bei Thomas Mayer, Soren Hagel, hier und bei Jeffrey und Dave.