Jun 212016
 

… war schon mal nix.
Ich hasse diesen Imperial-Quatsch. Wer solcherlei Rückständigkeit hochhält, der wählt auch Donald Trump.screwed_600

Jun 192016
 

Eigentlich wollte ich ja heute, pflichtbewusst wie ich nun mal bin (hüstel), das Eine oder andere fürs kommende LP-Plattenspielerspezial in die Tastatur bugsieren. Hat aber nicht geklappt, stattdessen hab ich mit diversen JBL-Treibern erfolgreich den halben Tag verprokrastiniert.

Da waren zunächst die beiden Einzöller vom Typ JBL 2470, die mit beim Frickelfest waren und an Markus Klugs 808-Zellularhörnern wirklich bezaubernd Musik gemacht haben. Einer von beiden hatte, das haben vorherige Messungen ergeben, ein kleines Problem in Gestalt einer nicht so schönen Zehn-Prozent-Klirrspitze. Klar – entweder Dreck im Luftspalt oder Reste vom sich zersetzenden Dämmmaterial an einer Stelle, wo man‘s nicht gebrauchen kann. Außerdem wollte ich die Treiber endlich per jüngst gefertigten Adaptern an die Hörner schrauben und mich endlich von den improvisierten Klemmmechanismen verabschieden, die den Job bislang gemacht hatten.

Zunächst jedoch waren meine anderen Phenolharz-Schätzkes dran, nämlich ein Paar 2480, das ich neulich für sehr erträgliches Geld in England erstanden hatte. In Sachen Antrieb dasselbe wie die beiden Alumembran-Klassiker 2440 und 2441 (letztere schieben ja in meiner 4355 Dienst), also riesige Alnico-Klötze mit vier Zoll durchmessenden Membranen.
Mein beiden Neuerwerbungen sehen zwar etwas ramponiert aus, sind aber funktionstüchtig. Da das dazugehörige Projekt keine wirkliche Eile hat, sollen die beiden auch ordnungsgemäß wiederaufgearbeitet werden.
Da gibt‘s zunächst den Zustand der Verschlussschrauben zu beklagen: Die Kreuzschlitze in den (viel zu weichen) Köpfen sind kaputt. Ich hab sie mit Mühe und Not ohne Gewalt herausbekommen und gleich mal 10-24 UNC in 2“ Länge bestellt. Das Gewinde sollte passen, der Durchmesser des Kopfes (in diesem Falle wird‘s Inbus) jedoch nicht: Die werden noch abgedreht werden müssen.


Unter dem Deckel kommen die ziemlich imposanten harzgetränkten Leinenmembranen zum Vorschein, die hier in erfreulich gutem Zustand und zumindest ziemlich gleich sind. Die Gleichstromwiderstände direkt an den Schwingspulenzuleitungen betragen 9,41 respektive 9,32 Ohm, das sieht nicht nach Kurzschluss aus. Das Dämmmaterial in den rückwärtigen Deckeln zerfällt, wie erwartet, beim scharfen Angucken zu Staub. Es gibt hier und da ein bisschen Korrosion, aber nur geringfügig.
Ich plane eine Neulackierung nach dem Entmagnetisieren und zerlegen, habe im Moment aber noch keine Ahnung, wie man die Schätzkes auseinander bekommt. Kein Problem, das kriege ich raus. Die Substanz ist jedenfalls gut, das ist das Entscheidende.

„Auf den Schrauben ist noch der originale Siegellack, die Dinger waren noch nie offen“. Misstrauen Sie solchen Äußerungen von Verkäufern zutiefst. Im Falle meiner 2470 wusste ich, dass der Satz keinen Pfifferling wert war, denn die fein säuberlich rot angepinselten Schrauben hatten teilweise völlig vermurkste Köpfe. Original – klar doch. Zwei dieser Schrauben gingen dann auch nicht ohne Aufbohren, darunter – war doch klar – kamen dann zwei reichlich unterschiedliche Membranen zum Vorschein. Macht nix, der Kurs für die Treiber war ziemlich okay. Außerdem funktionieren sie auch ziemlich gut. Dreck habe ich per doppelseitigem Klebeband reichlich aus den Luftspalten geholt, auf der einen Seite gab‘s schon jede Mengen Dämmmaterialreste auf der Membran. Ich wage zu behaupten, dass das kleine Klirrproblem damit behoben ist. Die korrodierten Anschuss- und Befestigungsschrauben liegen noch bis morgen im „Alles wird gut“-Bad, dann sehen wie wieder aus wie neu. Auch hier wird‘s natürlich neue Verschlussschrauben geben, so dass zumindest die beiden Einzöller bald wieder ihren Dienst aufnehmen können.

Und morgen mach ich Plattenspielerkram, versprochen…

Jun 122016
 

ff16_a02Ehrlich, ich versuch’s. Ach nee, besser: Ich versprech’s: Nie wieder wird meine Berichterstattung über eine der wiederkehrenden Veranstaltungen mit: „Neulich war es wieder soweit“ beginnen. Das ist nämlich einfallslos und nichtssagend. Vielleicht besser so:
Irgendwann wird der letzte willige Asiate seinen 400000-Dollar-Lautsprecher haben, das letzte Kabel aus Meteoritenstaub gepresst, jedes Feld im Raum harmonisiert und die Audio-High-End-Industrie in sich kollabiert sein. Hoffentlich habe ich bis dahin die Rente durch und kann mich besser auf den alljährlichen Fronleichnams-Trip nach Sachen Anhalt vorbereiten. Das tut nämlich Not, um ungestört auch das letzte Bisschen Kreativität, Genialität, Subversivität, Qualität und Radikalität aufsaugen zu können. Nirgendwo sonst ist das Thema Audio so facettenreich, unbekümmert und spaßig wie hier.
Die erschütterndsten Nachrichten vom diesjährigen Fest zuerst: Abermals wurden Teilnehmer gesichtet, die Alkohol konsumierten. Wieder einmal wird das Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die diese und ähnliche Veranstaltungen lediglich als Zusammenrottung verachtungswürdiger Individuen mit dem Ziel sehen, sich das Bewusstsein möglichst nachhaltig zu trüben.ff16_a03Tatsächlich haben die Dinge in diesem Jahr noch viel tragischere Dimensionen angenommen: Es wurde gar mit Schusswaffengebrauch gedroht.ff16_a06Der selbstverständlich einzig mögliche Weg zur Absolution: die Kirche. Da nämlich waren wir in größerer Runde am Samstagmorgen. Allerdings, das muss ich zu unserer Schande gestehen, nicht wirklich im Büßergewand, sondern mit kulturellem Interesse. Und dann auch nur in einer längst säkularisierten Kirche.ff16_a04Im benachbarten Halberstadt nämlich spielt man in der Burchardikirche seit 2001 ein Orgelkonzert namens „As Slow As Possible“, kurz „ASLAP“, vom Avantgarde-Komponisten John Cage. Und wie „slow“ tatsächlich „possible“ ist, demonstriert man in Halberstadt nachdrücklich: 639 Jahre lang braucht die Aufführung des gesamten Stücks. Mehr dazu hier. Das hört sich alles sehr schräg an, wir fanden’s aber hochgradig spannend und inspirierend. Das wird auch irgendwie Folgen haben – warten Sie mal bis zum nächsten Frickelfest.
Der Ton, den wir dort zu hören bekamen läuft bereits seit 2013, der nächste „Klangwechsel“ steht 2020 an. Die John-Cage-Stiftung gedenkt das Ereignis, wenn’s soweit ist, gebührend zu feiern – herrlich skurill, das Ganze.

So richtig HiFi? Klar, gab’s auch. Sogar mehr als jemals zuvor. Mit teilweise exzellentem Sound. Was auch dem Umstand geschuldet ist, dass wir von Jahr zu Jahr mehr akustisch wirksames Material ins Kloster karren und die raumakustischen Verhältnisse mittlerweile teilweise wirklich nicht schlecht sind. Ich habe meine Spielsachen wieder einmal mit denen von Jochen und Frank in einen Raum gestellt. Jochen und ich haben jeweils dreiwegige Hornkonstruktionen installiert.ff16_a05Der werte Herr Schröder präsentierte ein höchst spannendes offenes Konstrukt, bei dem hölzerne Schneeschaufeln eine wichtige Rolle spielten. Das war so großartig, da erzähle ich noch mal separat was zu. Bis dahin wünsche ich viel Spaß beim Bilderkes kucken. Meine sind über die Fotos hier verlinkt, die ganze Rutsche gibt’s hier – das werden in der nächsten Zeit sicherlich noch deutlich mehr.ff16_a01

Mai 192016
 

sol01Ja. Ich weiß. Irgendwie bin ich auch nur ein Gadget-Junkie. Unlängst hat der Haben-wollen-Reflex mal wieder zugeschlagen: Da gibt’s nämlich beim Surplus-Experten Pollin diese total spannenden Solarmodule in Folienform. 92 Watt Nennleistung, aber mit eher ungewöhnlicher Ausgangsspannung: 319 Volt bei Nennlast, bis 430 Volt im Leerlauf. Musste ich haben. Ich hab da nämlich so eine Art Vordach an meiner Dachterasse, wo sowas hervorragend drauf passt. Ein kurzer Check beweist: Jau, funktioniert prima. Jetzt braucht’s nur noch eine gute Idee, was man damit anfangen soll: Ich hab zwei davon, die werden wohl parallel laufen.
Und nu? Röhrenverstärker für Sonnenscheinbetrieb? Eher nicht. realistischer ist wohl die Möglichkeit, damit den einen oder anderen weiter entfernten Akku zu laden; die eine oder andere passende Phonovorstufe für solche Zwecke wäre durchaus vorhanden. Die hohe Spannung hat den Vorteil, dass sich die Energie relativ effizient eine Etage tiefer transportieren ließe und erst dann auf brauchbare Spannungen heruntergewandelt werden müsste. Das allerdings erfordert einen „buck converter“ mit einer maximalen Eingangsspannung von mindestens 430 Volt und sowas gibt’s nicht an jeder Ecke. Selber bauen – klar. Eventuell. Für konstruktive Vorschläge bin ich überaus dankbar.