Aug 102015
 

Da ich ja versprochen habe, mal ein paar Messungen der drei weiter unten erwähnten 1″-Hörner zu veröffentlichen, gibt’s hier nun ein paar Diagramme. Die drei Probanden sind das konische JBL-Gusshorn 2312 (rot), das Monacor MRH-200 (grün, gerade in der neuen Klang+Ton in der „Ephedra“ verbaut) und Markus Klugs MK808 (gelb).
Einschränkend möchte ich dazu sagen, dass die Messungen nicht mit unserer bewährten Microtech Gefell-Kapsel gemacht sind, sondern mit einem preisgünstigen Mikrophon mit nachweislich eingeschränkten Fähigkeiten ganz oben im Frequenzbereich. Also nicht gleich meckern, dass der für die Messungen verwendete Treiber vom Typ JBL 2420 mit originalen Membranen keine Höhen mehr macht – da kann er nix für.
Betrachten wir zunächst mal die Amplitudenverläufe auf Achse, zunächst JBL vs. Monacor:

JBL ht konisch vs mrh200

Zack – da ist sie schon, die faustdicke Überraschung: Das Kunststoffhorn vom Bremer Großhändler lässt den Klassiker nämlich richtig alt aussehen. JBL spezifiziert die Kombination (okay, bei reduzierter Belastbarkeit) für den Einsatz ab 600 Hertz – das erscheint gewagt und nur mit massiven Korrekturen möglich. Das MRH-200 hingegen glänzt mit beeindruckender Linearität ab 600 Hertz und merklich höherem Durchschnittspegel. Okay, es klinkt sich oben etwas früher aus. Aber trotzdem: erstaunlich.
JBL vs. MK sieht so aus:

JBL ht konisch vs zellular

Das Zellularhorn lädt unten herum noch etwas besser als das Monacor. Zumindest auf Achse hat’s nicht ganz die Linearität, aber dafür sieht das Verhalten außerhalb der Achse sehr gut aus:

JBL ht zellular 0° 30°

Unter einem Winkel von 30° wird’s oben herum etwas mehr, dafür unten herum weniger. Mit diesem Verlauf kann man ausgezeichnet leben.
Interessant sind auch noch die Verzerrungsmessungen, wiederum zunächst das Monacor-Horn:

JBL ht mrh200 klirr105

Das ist bei einem Pegel von 105 Dezibel gemessen – das sind PA-Lautstärken. k3 (rot) gibt’s so gut wie gar nicht, k2 (blau) bei maximal 3,5 Prozent. Völlig in Ordnung. Zum Vergleich das Klug-808:

JBL ht zellular klirr105

Ebenfalls so gut wie kein k3 und moderater k2, tatsächlich im Schnitt noch ein Prozent weniger als beim MRH-200.
Und was lernen wir daraus? Das MRH-200 ist zumindest messtechnisch super und eine exzellente pragmatische Lösung sogar für tief getrennte Zweiwegekombinationen. Das Multicell aus Klingenberg ist natürlich noch geiler, das muss man aber auch bezahlen wollen.

Aug 092015
 

Eigentlich gehöre ich ja auch zu den Leuten, die der felsenfesten Überzeugung sind, dass Leica-Kameras ausschließlich deshalb gebaut werden, um am klassischen Lederriemen um den Hals von Rentnern mit zuviel Zeit und Geld zu baumeln.
Bis jetzt.
Durch eine glückliche Fügung darf ich derzeit nämlich ein bisschen mit einer Leica Q spielen. Das ist eine ziemlich dekadente „Digitalkompakte“ mit Kleinbildsensor (heutzutage idiotischerweise „Vollformat“ genannt) und fest montierter 28-mm-Optik mit einer maximalen Blendenöffnung von 1,7. Das ist auf dem Papier nun erst einmal gar nichts, wofür ich auch nur daran denken würde, die dicken Nikons aus der Hand zu legen. Oder besser: Hab ich gedacht. In der Praxis nämlich ist dieses 4000 Euro teure Luxusspielzeug unfassbar großartig.leicaq_01_600

leicaq_02_600

leicaq_03_600Dafür gibt’s eine ganze Reihe von Gründen. Zunächst erst einmal – es gibt ja immer noch Leute, die behaupten, das wäre wichtig – die Bildqualität. Was dieser 24-Megapixel-Sensor raushaut ist so knackig scharf, detail- und kontrastreich, da komme ich mit meinem ganzen Pro-Geraffel nicht hin. Punkt. Man merkt’s ganz deutlich beim Nachbearbeiten: Ich muss viel weniger an den Bildern tun, in den allermeisten Fällen sitzen die Ergebnisse aus der Kamera genau da, wo ich sie haben will und alles Photoshop-Gefummel ruiniert den absolut stimmigen Gesamteindruck des Ausgangsmaterials.
Außerdem – und damit ist Leica berühmt geworden – kann man damit „diskret“ fotografieren. Die Kamera ist halbwegs kompakt, unauffällig und löst fast geräuschlos aus. Damit ist sie das exakte Gegenteil einer Nikon D3s mit 2.8/24-70, mit der man alles Mögliche tun kann, aber auf gar keinen Fall unauffällig fotografieren.
Ja, ich bin nervös. Muss ich zugeben. Ich hoffe, das legt sich wieder.
Nur noch kurz ein paar Bilder von einer selbstgebauten Röhren-Phonovorstufe, die ich seit geraumer Zeit mein Eigen nennen darf (danke Wolfgang, spielt sehr schön, die Maschine), beleuchtet ausschließlich von meinem dreckigen Küchenfenster.

Jul 232015
 

Lebenszeichen von meiner derzeitigen österreichischen Lieblings-Band:Nach dem hervorragenden Sonar Pilot von 2011 (wurde hier auch schon eingehend gewürdigt) steht für den Herbst ein neues Album an – diesmal gibt’s dann wohl auch Vinyl. Nach diesem Proberaum-Clip würde ich sagen: Lass kommen, da sehen wir auch gerne über darüber hinweg, dass der Ton es in dem Video erheblich eiliger hat als das Bild.
Soviele gute Rock-Acts mit Sängerin gibt’s nicht; das hier ist definitiv einer davon.

Jul 182015
 

Wie neulich schon angedeutet, mache ich ja neuerdings Gehversuche auf dem Terrain „Klassische JBL-Lautsprecher, die es nie gegeben hat“. Mit zumindest teilweise noch nicht so richtig durchschlagendem Erfolg.jbl_k2205h Das hier zum Beispiel ist Versuch eins, einen schön lauten Tieftöner mit Alnico-Antrieb zu bauen, der in halbwegs moderaten Volumina läuft. Zu diesem Zwecke habe ich mir zwei überholungsbedürftige K140 besorgt, die vom Antrieb her ziemlich genau das sind, was ich so wollte. Darin stecken mittlerweile Membranen vom 2205H, was in Kombination eigentlich gut passen müsste. Tut’s aber noch nicht so ganz:
Erste akustische Messungen fördern einen Wirkungsgrad von 95 Dezibel zutage, das ist mir noch ein bisschen zuwenig. Das korrespondiert ziemlich gut mit einer merklich zu hohen Güte von (gemessenen) 0,55 – der 2205H sollte bei 0,3 liegen. K140 und 2205H haben die gleiche Feldstärke im Luftspalt, man sollte also vergleichbare Ergebnisse erzielen können. Beides deutet ein bisschen darauf hin, dass der Antrieb bei mir ein wenig schwächlich ist; ich führe das im Moment auf schwächelnde Alnico-Magnete zurück. Ich muss mal mit Visaton telefonieren und fragen, was man da machen kann.
Rein mechanisch sieht’s leider (noch) nicht viel besser aus: eine Reso von 55Hz liegt deutlich über den 30 eines „richtigen“ 2205H, zusammen mit dem reichlich kleinen Vas von 110 Litern (der 2205 sollte knapp 300 haben) deutet das auf eine zu steife Aufhängung hin – vielleicht war knapp eine Woche Einspielen noch nicht genug.
Mal sehen, was noch draus wird – ich werde berichten.
[Korrektur] Natürlich sind die Treiber nicht auf 2205H, sondern auf 2225H umgebaut, was ein paar Sachen relativiert.[/Korrektur]

Jul 122015
 

Birger Maaß hat seinen Online-Shop „re-gelauncht“ und im Zuge dessen gibt’s eine spannende neue Platine namens „SymAsym Black Beauty„. Das ist ein etwas aufgebrezelter SymAsym mit unveränderter Leistung, aber zwei Paar Endtransistoren fürs gute Gewissen, außerdem mit aufgehübschter Versorgung fürs Front End, Netzteil ist on board, eine Schutzschaltung auch. Kann man machen.symbb_600Platinen für den klassischen SymAsym gibt’s natürlich auch noch. Und Gerüchten zu Folge demnächst noch viel mehr.

Jul 102015
 

Heute Nachmittag sind wir mehr oder weniger zufällig in ein kleines 1″-Horn-Shootout hineingestolpert – mit durchaus überraschenden Ergebnissen. Zumindest insofern, dass der klare Verlierer der Angelegenheit die drei großen Buchstaben trägt, nämlich das JBL 2312. Als Treiber diente einer, der dem langen Gusstrichter aus Kalifornien eigentlich auf den Leib geschneidert war, nämlich der Alnico-Klotz 2420 mit Aluminiummembran.horns01
horns02
horns03
horns04Und ja, das 808 von Markus Klug funktioniert ausgezeichnet – mehr die Tage, wenn ich die Messungen grafisch aufbereitet habe.

Jul 042015
 

Ein bisschen düsterer als sonst, aber sehr melodisch, getragen und genau das Richtige zum Entspannen bei der Hitze:

Die dazugehörige Platte kommt am 17. des Monats.

Jul 012015
 

So ganz genau weiß ich tatsächlich noch nicht, was es wird. Es gibt da ein paar Optionen. Aber die hier werden vermutlich eine Rolle spielen:


Das sind Hörner von Markus Klug (alternativ hier). Die hat er gerade extra für mich gebaut. Die Blaupause sind 808, also achtzellige Leckerchen mit 1″-Anschluss, die seinerzeit auf einer Lansing Iconic Dienst taten. Die sollen bei mir an JBL 2420 oder 2470 zum Einsatz kommen – mal sehen. Sind beide mittlerweile im Fundus. Die Hörner sollen nächste Woche eintreffen – ich werde berichten.